Die Verschärfung der militärischen Strategie Russlands in der Ukraine laut ISW

Geschrieben von Peter Zeifert

Mit dem näher rückenden Sommer beleuchtet das Institute for the Study of War (ISW) Russlands strategische Neuausrichtung in Donezk, die auf eine mögliche Konzentration der Kräfte für einen entscheidenden Vorstoß hindeutet.

Mit dem Wechsel zu den wärmeren Monaten richtet sich das Augenmerk verstärkt auf die sich wandelnden Dynamiken des Konflikts in der Ukraine, insbesondere mit neuen Erkenntnissen des Institute for the Study of War (ISW).

Einem Bericht des Kyiv Independent vom 1. April zufolge legt das ISW eine überzeugende Analyse vor, die darauf hinweist, dass Russland seine militärischen Bemühungen in der Ukraine möglicherweise auf den westlichen Teil des Oblasts Donezk konzentrieren könnte. Diese Strategieänderung deutet auf einen enger gefassten, aber möglicherweise kraftvolleren Offensivansatz in naher Zukunft hin.

Ein fokussierter Ansatz in Donezk

Laut ISW scheint der Bereich um Awdijiwka, eine entscheidende Stadt an der Frontlinie im Oblast Donezk, die seit Februar unter russischer Kontrolle steht, für verstärkte militärische Aktivitäten vorgesehen zu sein.

Diese Spekulation wird durch Russlands Einsatz eines bedeutenden Panzerbataillons untermauert, was ein ernsthaftes Engagement für Operationen in diesem Sektor signalisiert.

Die strategische Bedeutung von Awdijiwka und der umliegenden Region kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie liegt an einem kritischen Schnittpunkt, und jegliche Bewegungen hier werden genau beobachtet, um Hinweise auf breitere operationelle Absichten zu erhalten.

Der Bericht des ISW lenkt die Aufmerksamkeit auf eine bedeutende Schlacht am 30. März, bei der ukrainische Kräfte einen großen mechanisierten russischen Angriff abwehrten – den ersten dieser Art in der erneuerten Offensive zur Eroberung von Awdijiwka, die letzten Oktober eingeleitet wurde.

Die Kosten der Verteidigung

Diese Konfrontation in der Nähe des Dorfes Tonenke, das möglicherweise nun unter russischer Kontrolle steht, sah den Einsatz von 36 Panzern und 12 Schützenpanzerfahrzeugen durch russische Kräfte.

Obwohl das ukrainische Militär diese Details nicht bestätigte, hebt die Einschätzung des ISW den intensiven Aufwand und die Ressourcen hervor, die von ukrainischen Kräften zur Abwehr des Angriffs aufgewendet wurden.

Die Fähigkeit ukrainischer Truppen, eine derart großangelegte Offensive effektiv abzuwehren, trotz zahlreicher Herausforderungen, ist ein Zeugnis ihrer Widerstandsfähigkeit und taktischen Klugheit.

Das ISW unterstreicht die kritische Bedeutung der angemessenen Ausrüstung ukrainischer Kräfte und deutet an, dass sie mit der richtigen Unterstützung zu bedeutenden Erfolgen auf dem Schlachtfeld fähig sind.

Weitere Implikationen

Während der Fokus auf Donezk liegt, bleibt die Situation entlang der gesamten Frontlinie komplex und in Bewegung. Oleksandr Syrskyi, der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, hat auf die Möglichkeit russischer Offensiven anderswo hingewiesen, einschließlich einer Zunahme der Aktivitäten um Charkiw.

Doch das ISW vermutet, dass Russlands operationelle Fähigkeiten begrenzt sein könnten, was es schwierig macht, großangelegte Offensiven gleichzeitig in mehreren Sektoren zu starten.

Diese Analyse erfolgt, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Stabilisierung der Dynamik auf dem Schlachtfeld feststellt, vorsichtig optimistisch, jedoch wachsam gegenüber möglichen russischen Offensiven, die für das späte Frühjahr oder den frühen Sommer geplant sind.