Ehemaliger russischer Oberst spricht über Gräueltaten in der Ukraine

Geschrieben von Peter Zeifert

22 Wochen vor

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19/12/2023
Foto: Shutterstock.com
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Ehemaliger russischer Oberst spricht über Gräueltaten in der Ukraine.

Igor Salikov, der behauptet, ein ehemaliges Mitglied der russischen paramilitärischen Gruppe Wagner und ein ehemaliger russischer Oberst zu sein, ist kürzlich übergelaufen, um über Kriegsverbrechen auszusagen, die er in der Ukraine beobachtet haben will.

Salikov, der 25 Jahre im russischen Militär und in der Wagner-Gruppe gedient hat, ist in den Niederlanden angekommen, um seine Aussagen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag zu präsentieren.

Salikovs Anschuldigungen: Ein Einblick in Kriegsverbrechen

In einem aufschlussreichen Interview mit Politico schilderte der 60-jährige Salikov seine Beobachtungen von Gräueltaten gegen Zivilisten, einschließlich der Hinrichtung von Kriegsgefangenen und der Entführung von Kindern.

Er beschrieb Szenen, in denen Geheimdienstagenten zahlreiche Kinder ohne Eltern über die belarussische Grenze transportierten.

Diese Aktionen wurden laut Salikov auf direkte Anweisungen des russischen Verteidigungsministeriums und des Büros von Präsident Wladimir Putin ausgeführt. Obwohl diese Behauptungen von Politico nicht unabhängig verifiziert wurden, stimmen sie mit mehreren Berichten über russische Kriegsverbrechen in der Ukraine überein.

Überlauf und Streben nach Gerechtigkeit

Salikovs Entscheidung, vor den russischen Streitkräften zu fliehen, kam, nachdem er sich geweigert hatte, Zivilisten zu exekutieren. Nun will er seine Erfahrungen vor dem ICC ans Licht bringen, da er den Glauben an Russlands Sache verloren hat. Er erinnerte sich auch an ähnliche Missbräuche während des russischen Einmarsches in die ukrainische Donbass-Region im Jahr 2014, einschließlich Drohungen und Morden an Zivilisten.

Internationale Reaktion und rechtliche Implikationen

Die Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen Putin durch den ICC im März wegen des erzwungenen Transfers ukrainischer Kinder nach Russland markiert einen bedeutenden rechtlichen Schritt. Darüber hinaus drängen Kiew und seine Verbündeten auf ein Tribunal zur Untersuchung von Russlands mutmaßlichen Kriegsverbrechen.

Salikovs Aussagen könnten eine entscheidende Rolle in diesen internationalen rechtlichen Bemühungen spielen und zur wachsenden Beweislast gegen Russlands Handlungen in der Ukraine beitragen.