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Ein weiterer Schlag für Putins Wirtschaft: Ehemaliger Partner stoppt russische Ölimporte

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Fast drei Jahre lang prägte vergünstigtes russisches Rohöl Indiens Energieimporte.

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Nun wirft eine plötzliche Kehrtwende des größten Abnehmers des Landes Fragen darüber auf, wie lange diese Beziehung noch Bestand haben kann.

Der Schritt folgt auf wachsenden Handelsdruck aus Washington und Anzeichen dafür, dass Indien sein Gleichgewicht zwischen günstiger Energie und geopolitischen Kosten neu justiert.

Lieferunterbrechung

Reliance Industries, Betreiber des weltweit größten Raffineriekomplexes, rechnet im Januar nicht mit Lieferungen von russischem Rohöl.

Nach Angaben von Reuters hat das Unternehmen seit drei Wochen keine einzige Lieferung für seine Raffinerie in Jamnagar erhalten.

Das Ausbleiben der Ladungen stellt eine deutliche Abweichung von früheren Erwartungen dar.

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Zuvor hatten Medienberichte darauf hingewiesen, dass in diesem Zeitraum drei Lieferungen russischen Öls erwartet wurden.

Sollte die Situation anhalten, könnte dies die gesamten russischen Rohölimporte Indiens erheblich reduzieren, angesichts der dominanten Rolle von Reliance im Raffineriesektor des Landes.

Vom Boom zur Pause

Nach Russlands Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 entwickelte sich Indien zu einem der größten Abnehmer von russischem Öl.

Indische Raffinerien nutzten die hohen Preisnachlässe, nachdem westliche Sanktionen Russland von seinen traditionellen Märkten abgeschnitten hatten.

Diese Käufe stießen jedoch in den Vereinigten Staaten und Europa auf Kritik. Dort wurde Indien vorgeworfen, indirekt Russlands Kriegswirtschaft zu unterstützen.

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Trotz dieses Drucks stiegen die Importe über weite Strecken des Konflikts weiter an.

Die aktuelle Pause deutet darauf hin, dass wirtschaftliche Überlegungen nun zunehmend von politischen und handelspolitischen Faktoren überlagert werden.

Handelsdruck

Laut Reuters folgt der Kurswechsel auf Warnungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die Zölle auf indische Waren zu erhöhen.

Washington hat die Zölle auf einige indische Exporte bereits auf bis zu 50 Prozent angehoben und dies mit Indiens umfangreichen Käufen von russischem Öl begründet.

Die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern dauern an, gestalten sich jedoch schwierig.

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Mit der Angelegenheit vertraute Quellen sagten Reuters, Neu-Delhi wolle die Importe von russischem Rohöl nun auf unter 1 Million Barrel pro Tag senken.

Von Reuters zitierte Daten zeigen, dass Indiens Einfuhren von russischem Öl im Dezember auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren gefallen sind.

Begrenzte Alternativen

Im Januar wird voraussichtlich nur eine kleine Gruppe von Käufern weiterhin russisches Rohöl importieren.

Dazu zählen Nayara Energy sowie staatliche Raffinerien wie Indian Oil Corp und Bharat Petroleum Corp.

Nayara, das Verbindungen nach Russland hat, dürfte der größte Abnehmer bleiben.

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Europäische Sanktionen haben alternative Lieferwege eingeschränkt und lassen Unternehmen, die russisches Öl abnehmen wollen, nur wenige Optionen.

Quellen: Reuters, WP.