Hacker senden umstrittenes Anti-Kriegs-Video auf russischen TV-Netzwerken

Geschrieben von Peter Zeifert

1 Minute vor

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12/05/2024
Foto: Shutterstock.com
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Hacker dringen in russische Fernsehnetzwerke ein und senden ein provokantes Anti-Kriegs-Video, das Putin kritisiert und digitale Kriegsspannungen schürt.

Hacker haben die Kontrolle über die Sendefrequenzen verschiedener russischer Fernsehanbieter übernommen und ein kontroverses Anti-Kriegs-Video ausgestrahlt, das Präsident Wladimir Putin scharf kritisiert und digitale Kriegsspannungen verschärft.

Das Video, das in den Nachrichten große Wellen geschlagen hat, wirft Putin und den Krieg in der Ukraine heftige Kritik entgegen.

Es wurde zunächst durch die Übernahme der Übertragungssysteme von „LinkTelecom“ in Nischni Nowgorod sowie anderen Anbietern verbreitet. Dies führte zu einem vorübergehenden Ausfall, der noch immer nicht vollständig behoben ist.

Inhalt, der die Wellen brach

Das in der „Novaya Gazeta Europe“ hervorgehobene Video zeigt eine Sprecherstimme, die russische Soldaten im Krieg als „Maniaken, Pädophile und Kannibalen“ beschreibt, die angeblich als Helden an Schulen dargestellt werden.

In der Erzählung wird Putin als „grauer Mann“ bezeichnet, ausgewählt von der „Jelzin-Familie“ wegen seiner „Mittelmäßigkeit und Unterwürfigkeit“.

Cyberangriffe überschreiten Grenzen

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Auch in den Regionen Baschkortostan, Orenburg, Omsk und Irkutsk wurden ähnliche Unterbrechungen gemeldet. Laut „Detector Media“ waren auch ukrainische Kanäle von Cyberangriffen betroffen. So haben Hacker bedeutende Netzwerke wie StarLightMedia und „Inter“ infiltriert, wo sie Aufnahmen der Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau sendeten.

Als Gegenschlag wurden Websites ukrainischer Bildungseinrichtungen von einer Gruppe namens „Kilobyte V“ gehackt, die Grüße zum 9. Mai, dem Tag des Sieges, zusammen mit Zitaten Putins über die Bruderschaft der beiden Nationen, zeigten.

Der andauernde Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat sich in den digitalen Raum ausgeweitet und betrifft Zivilisten, während er nationale Gefühle auf beiden Seiten schürt.

Diese Cyberangriffe zeigen nicht nur die Fähigkeiten der Hacker, Störungen zu verursachen und Botschaften zu verbreiten, sondern werfen auch Fragen über die Sicherheit kritischer digitaler Infrastrukturen in Konfliktzeiten auf.