Kanada bereitet eine umfassende Neuausrichtung seiner Verteidigungsbeschaffung vor, um die heimische Produktion zu stärken.
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Der Plan zielt darauf ab, die Militärausgaben stärker auf kanadische Unternehmen zu konzentrieren und die Abhängigkeit von US-Lieferanten zu verringern.
Aufträge im Inland
Nach der Strategie sollen innerhalb des nächsten Jahrzehnts 70 Prozent der Beschaffungsverträge der Armee an kanadische Unternehmen vergeben werden, berichten kanadische Medien.
Kleine und mittlere Unternehmen im Verteidigungssektor sollen 6,6 Milliarden kanadische Dollar aus einem geplanten Verteidigungsbudget von 81,8 Milliarden kanadischen Dollar erhalten.
Das Dokument hebt zudem Investitionen in künstliche Intelligenz und Datenverarbeitung hervor, neben klassischer militärischer Ausrüstung.
Arbeitsplätze und Exporte
Beamte schätzen, dass die Bevorzugung lokaler Anbieter innerhalb von zehn Jahren 125.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Der kanadische Verteidigungssektor sichert derzeit mehr als 81.000 Stellen.
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Die Strategie sieht außerdem eine Steigerung der Verteidigungsexporte um 50 Prozent vor.
„In dieser unsicheren Welt ist es wichtiger denn je, dass Kanada in der Lage ist, seine eigene Verteidigung aufrechtzuerhalten und seine Souveränität zu sichern (…) Das ist besonders wichtig, wenn es um den Schutz der kanadischen Souveränität in der Arktis geht“, zitierte The Canadian Press aus dem Dokument.
Abhängigkeit verringern
Der öffentlich-rechtliche Sender CBC berichtete, dass in der Strategie festgehalten wird: „Kanada kann seine Verteidigungsstrategie nicht auslagern.“
Premierminister Mark Carney sagte im vergangenen Jahr, dass derzeit etwa 75 Cent von jedem Dollar, den Kanada für Rüstung ausgibt, in die Vereinigten Staaten fließen. „Das ist nicht klug“, sagte er damals dem Sender CBC und sprach sich für eine stärkere Ausrichtung auf heimische Anbieter aus.
Zu den geplanten Schwerpunktbereichen zählen Munition, Luftfahrtsysteme, Luft- und Unterwasserdrohnen sowie Cloud-Dienste. Die Regierung beabsichtigt zudem, strategische Partnerschaften zu sichern, die die kanadische Produktion und geistiges Eigentum umfassen.
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Europäische Beziehungen
Wo die heimische Kapazität begrenzt ist, plant Ottawa eine Zusammenarbeit mit europäischen und indopazifischen Partnern.
Kanada unterzeichnete im Juni ein Verteidigungsabkommen mit der Europäischen Union, das eine Teilnahme an der Initiative ReArm Europe sowie am 150-Milliarden-Euro-Programm SAFE zur Finanzierung der Waffenproduktion ermöglicht.
Verteidigungsminister David McGuinty bestätigte am Wochenende, dass Kanada SAFE formell beigetreten ist, wodurch kanadische Unternehmen an durch das Programm finanzierten Ausschreibungen teilnehmen können.
Außenministerin Anita Anand führte zudem auf der Münchner Sicherheitskonferenz Gespräche mit dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski über eine Ausweitung der Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrie im Rahmen von SAFE.
Quellen: CBC, The Canadian Press, Money.pl