Kreml stimmt Zelenskys Forderung nach internationaler Untersuchung zu, stellt jedoch eine große Bedingung

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: President's Office
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Kreml stimmt Zelenskys Forderung nach internationaler Untersuchung zu, stellt jedoch eine große Bedingung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine internationale Untersuchung des Absturzes eines russischen Il-76-Flugzeugs in der Nähe von Belgorod am 24. Januar gefordert. Berichten zufolge befanden sich an Bord 65 gefangene ukrainische Soldaten, darunter möglicherweise 12 Mitglieder des Asow-Bataillons. Sie sollten im Austausch gegen Personal der russischen Streitkräfte freigelassen werden.

Selenskyj hat den ukrainischen Außenminister beauftragt, internationale Partner über die verfügbaren Daten zu informieren. „Unser Staat wird auf einer internationalen Untersuchung bestehen“, erklärte Selenskyj. Zudem wies er die Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums an, das Schicksal aller Gefangenen zu klären.

Nachdem Selenskyj von dem Absturz erfahren hatte, sagte er seine geplante Reise in die Zentralukraine ab.

Reaktion des Kremls

Laut Lenta.ru antwortete Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, auf Selenskyjs Forderung. Russland stimmt einer internationalen Untersuchung zu, behauptet jedoch, sie sollte auch die „kriminellen Handlungen des Kiewer Regimes“ umfassen, und betont die Notwendigkeit, Kiews Verbrechen zu klären.

Peskow verurteilte den mutmaßlichen Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf das Flugzeug als „monströse Tat“ und beschuldigte die Ukraine, sich um ihre eigenen Bürger gekümmert zu haben, die kurz davor standen, nach Hause zurückzukehren. Die Auswirkungen der Zerstörung der Il-76 auf zukünftige Gefangenenaustausche bleiben laut Kreml unklar.

Unbestätigten Berichten zufolge war für den 24. Januar ein Gefangenenaustausch geplant, der nach einer Formel von 192 zu 192 an der russisch-ukrainischen Grenze stattfinden sollte. Die Hauptverwaltung für Aufklärung der Ukraine bestätigte, dass ein solcher Austausch für diesen Tag geplant war.

Der russische Staatsduma-Abgeordnete Andrej Kartapolow erklärte, Russland habe seine Pläne für den Transport der Kriegsgefangenen rechtzeitig dem ukrainischen Kommando mitgeteilt, was impliziert, dass die ukrainischen Streitkräfte wussten, dass sie auf Ukrainer zielten. Die Ukraine berichtet jedoch, dass keine Mitteilung an sie erfolgt sei.