Menschenrechtsverstöße: Lidl beendet Geschäftsbeziehungen

07/12/2023 14:17

Olivia Rosenberg

Welt
Foto: Shutterstock
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Lidl reagiert auf Enthüllungen.

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Der Discounter Lidl hat beschlossen, sich bis 2025 aus dem Verkauf von Textilien, die in der Militärdiktatur Myanmar produziert wurden, zurückzuziehen. 

Diese Entscheidung folgt auf Recherchen des ARD-Magazins „Panorama“ (NDR) und des Medien-Startups „Flip“, die aufdeckten, dass es bei Lieferanten von Lidl-Kleidung in Myanmar wiederholt zu Arbeits- und Menschenrechtsverstößen kommt. 

Arbeiterinnen und Gewerkschafterinnen berichteten von Ausbeutung, Drohungen und körperlicher Gewalt. 

Lidl hatte bisher die Textilien als besonders nachhaltig und fair vermarktet und nutzte dazu das staatliche Textilsiegel „Grüner Knopf“, berichtet der NDR.

Die Recherchen zeigten, dass Lidl-Kleidung in Myanmar produziert wurde, einem Land, das seit dem Putsch 2021 unter einer Militärdiktatur leidet und in dem massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen in Textilfabriken dokumentiert wurden. 

Andere Marken wie Zara, C&A, Tchibo und H&M haben bereits ihre Lieferbeziehungen zu Myanmar beendet oder angekündigt, dies zu tun. Lidl hatte zuvor erklärt, keine Aufträge aus Myanmar zurückzuziehen, änderte jedoch seine Haltung nach den Enthüllungen. 

Das Unternehmen kündigte an, die aufgedeckten Zustände in einer Fabrik zu untersuchen und bis zum Abschluss der Untersuchung keine neuen Aufträge für die Produktion von Lidl-Ware an die Produktionsstätte zu vergeben.