Nordkorea hat sich seit Langem darauf verlassen, seine Bürger ins Ausland zu entsenden, um unter strenger staatlicher Kontrolle Devisen zu verdienen.
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Seit Russlands groß angelegtem Krieg gegen die Ukraine scheinen diese Arbeitsprogramme für Moskau und Pjöngjang eine neue Bedeutung gewonnen zu haben.
Neue Berichte werfen nun ein Licht auf die Bedingungen, unter denen eine Gruppe nordkoreanischer Frauen in Russland arbeitet, und werfen Fragen zu Zwangsarbeit und wirtschaftlichen Kriegsbeziehungen auf.
Absatz in einem Lagerhaus
Laut einem Bericht des Daily Express wurden nordkoreanische Frauen zur Arbeit in ein Wildberries-Lager in der Region Moskau geschickt.
Wildberries ist Russlands größter Onlinehändler und wird oft als das russische Pendant zu Amazon beschrieben.
Quellen zufolge erhalten die Frauen deutlich weniger Lohn als russische Arbeiterinnen, die ähnliche Tätigkeiten ausüben.
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Während übliche Schichten demnach zwischen 7.000 und 10.000 Rubel bezahlt werden, sollen die nordkoreanischen Arbeiterinnen nur etwa 3.500 Rubel pro Schicht erhalten.
Löhne werden eingezogen
Dieselben Quellen sagten dem unabhängigen russischen Medium VChK-OGPU, dass bis zu 90 Prozent dieser Löhne vom nordkoreanischen Staat einbehalten werden.
Einnahmen von Bürgern, die im Ausland arbeiten, würden demnach in sogenannte „Loyalitätsfonds“ fließen, die vom Regime kontrolliert werden.
Nach diesen Abzügen könnten den Frauen laut Bericht nur noch etwa 4 US-Dollar pro Schicht bleiben. VChK-OGPU erklärte, das System diene dazu, Deviseneinnahmen direkt in den nordkoreanischen Staatshaushalt umzuleiten.
Strenge Kontrolle
Eine von VChK-OGPU zitierte Quelle sagte, die Frauen würden streng überwacht.
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„Diese Frauen werden überall in Formation begleitet und von einigen Männern aus demselben Land bewacht. Sie leben alle zusammen und dürfen nicht nach draußen gehen. Wir dürfen nicht mit ihnen kommunizieren.“
Eine weitere Quelle bezeichnete die Arbeiterinnen als „Sklaven“ und sagte, ihre Verträge seien darauf ausgelegt, den Arbeitskräftemangel in Russland zu lindern, da der Krieg die Wirtschaft belastet.
Politische Rückendeckung
Der Einsatz nordkoreanischer Frauen folgt Berichten zufolge auf die Ankunft nordkoreanischer männlicher Militärangehöriger in Russland.
Diese Schritte seien Teil eines umfassenderen Abkommens zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, so die zitierten Quellen.
Eine Quelle sagte, das Management von Wildberries sei „äußerst zufrieden“ mit der Regelung und erwäge, die Zahl nordkoreanischer Arbeitskräfte in seinen Einrichtungen zu erhöhen.
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Über die Lagerarbeit hinaus sollen Zehntausende Nordkoreaner nach Russland entsandt worden sein, um die Kriegsanstrengungen zu unterstützen.
Quellen: Daily Express, East2West News