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Pentagon erwirbt geheimes Gerät mit russischen Komponenten

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Ein wenig bekannter Ankauf des US-Militärs wirft neue Fragen auf.

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Die Details sind weiterhin spärlich, doch kürzlich veröffentlichte Informationen lassen lang gehegte Vermutungen wieder aufleben.

Herkunft, Kosten und möglicher Zweck des Geräts stehen nun erneut im Fokus.

Ein verborgener Kauf

Laut CNN testet das US-Verteidigungsministerium seit mehr als einem Jahr ein mysteriöses tragbares Gerät.

Das Gerät, klein genug, um in einen Rucksack zu passen, sendet Radiowellen aus und enthält in Russland hergestellte Komponenten.

US-Medien berichten, dass das Gerät während der vorherigen US-Regierung im Rahmen einer Operation des Heimatschutzministeriums mit Finanzierung durch das Pentagon erworben wurde.

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Der Kaufpreis soll im achtstelligen Bereich gelegen haben.

Das Pentagon hat weder die Testergebnisse noch die genauen Fähigkeiten des Geräts offengelegt.

Verbindung zum Havana-Syndrom

Auf Grundlage öffentlich zugänglicher Informationen berichtete Scientific American, dass es sich bei dem Gerät um ein elektromagnetisches System handeln könnte.

Solche Eigenschaften wurden von Forschern bereits zuvor mit dem sogenannten Havana-Syndrom in Verbindung gebracht.

Der Begriff Havana-Syndrom bezeichnet eine Reihe von Gesundheitsproblemen, über die US-Diplomaten und Regierungsbeamte seit 2015 berichtet haben.

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Nach Angaben eines Sprechers des US-Außenministeriums, Ned Price, aus dem Jahr 2023 gehören dazu Migräne, Übelkeit, plötzlicher Druck im Kopf, Gleichgewichtsstörungen und weitere neurologische Symptome.

Medizinische Untersuchungen stellten zudem nicht-mechanische Verletzungen des Gehirns und von Teilen des Innenohrs fest.

Offizielle Dementis

US-Behörden haben wiederholt bestritten, dass eine feindliche ausländische Macht das Syndrom verursacht habe.

Die CIA erklärte, sie stelle die Erfahrungen der betroffenen Mitarbeiter nicht infrage, sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Symptome unterschiedliche Ursachen hätten.

Gleichzeitig erhielten betroffene US-Regierungsangestellte Anspruch auf Entschädigungen von bis zu rund 165.000 Euro.

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Trotz dieser Zusicherungen halten Spekulationen über den möglichen Einsatz von Schall- oder elektromagnetischen Waffen an.

Russische Verbindungen

Journalisten des Rechercheportals The Insider berichteten gemeinsam mit Der Spiegel und der CBS-Sendung 60 Minutes, dass Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes aus der GRU-Einheit 29155 an mehreren Orten anwesend waren, an denen Fälle des Havana-Syndroms gemeldet wurden.

Le Monde hatte dieselbe GRU-Einheit zuvor mit verdeckten Operationen in westlichen Ländern in Verbindung gebracht, darunter die Vergiftung von Sergej Skripal in Großbritannien.

Ermittler erklärten, Mitglieder der Einheit 29155 hätten staatliche Auszeichnungen für Arbeiten an nicht-tödlichen akustischen Waffen erhalten.

Quellen: CNN, Scientific American, The Insider, Der Spiegel, WP

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