Der Präsident kündigte an, Geheimdienstakten über ausländische Bedrohungen freigegeben zu haben.
Wahlen lösen immer großes Drama aus, besonders wenn globale Supermächte in die Debatte hineingezogen werden.
Nationale Führer sprechen gerne über die Sicherung der Wahlurnen, doch Anschuldigungen der Einmischung werden selten kampflos hingenommen.
Wenn sich im Inland politischer Druck aufbaut, geraten ausländische Hauptstädte schnell ins Kreuzfeuer.
Das Spielfeld aufmischen
Donald Trump trat im Weißen Haus für eine fünfundzwanzigminütige Ansprache über die Wahlsicherheit ins Rampenlicht. Er drängte vehement auf strengere Wahlgesetze und zeigte dabei auf ausländische Rivalen.
Seiner Rede zufolge besäßen Nationen wie Russland, China und Iran die Macht, amerikanische Wahlsysteme zu kompromittieren.
Um seine Behauptungen zu untermauern, kündigte der Präsident an, Geheimdienstakten über ausländische Bedrohungen freigegeben zu haben. Der Schritt erfolgte, während Kritiker ihm vor den bevorstehenden Zwischenwahlen im November vorwarfen, Verwirrung stiften zu wollen.
Diese Zwischenwahlen scheinen für die Republikaner schwierig zu werden. Anhaltende Konflikte im Ausland und wirtschaftliche Probleme im Inland belasten weiterhin stark die Wählerzustimmungszahlen.
Doch die Reaktion aus den ausländischen Hauptstädten war schnell und heftig. Moskau zögerte nicht, die Behauptungen des Weißen Hauses zurückzuweisen.
Moskau kontert
Kremlsprecher Dmitry Peskov wies die Ergebnisse während einer Pressekonferenz am Freitag kategorisch zurück. Er betonte, die Behauptungen basierten auf unbestätigten Informationen von Geheimdiensten.
Peskov blieb standhaft, als er Reportern zu den Vorwürfen Rede und Antwort stand. „Russland habe sich nie in die inneren Angelegenheiten anderer Länder eingemischt“, sagte Peskov laut Moscow Times.
Er richtete dann eine klare Warnung an Washington. „Und wir erwarteten, dass niemand versuchen werde, sich in unsere einzumischen“, fügte Peskov hinzu.
Der russische Beamte wies auch darauf hin, dass frühere amerikanische Untersuchungen zur Wahlbeeinflussung Moskau von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen hätten.
Wütende Reaktionen weltweit
Moskau war nicht die einzige Regierung, die heftig auf die Ansprache des Weißen Hauses reagierte. Beamte in Peking wiesen Behauptungen, China habe persönliche Daten von rund 220 Millionen amerikanischen Wählern erlangt, ebenso schnell zurück.
Chinesische Vertreter wiesen die Anschuldigung vollständig zurück. Sie bezeichneten die Erklärung des Weißen Hauses als „völlig erfunden und eine böswillige Verleumdung“.
Da die Zwischenwahlen näher rücken, zeigt der Schlagabtausch keine Anzeichen einer Beruhigung. Ausländische Staats- und Regierungschefs bleiben entschlossen, jede Anschuldigung aus Washington zurückzuweisen.
Quellen: Moscow Times