Putins vorsichtige Friedensofferte: Könnte sie ein Ende des Ukraine-Konflikts signalisieren?

Geschrieben von Peter Zeifert

2 Wochen vor

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08/05/2024
Foto: TV
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Putin deutet im Rahmen seiner fünften Amtseinführung Dialogbereitschaft an; Experten bewerten die Auswirkungen auf den Ukraine-Konflikt.

In einer jüngsten Entwicklung, die möglicherweise auf ein Ende des andauernden Konflikts in der Ukraine hindeuten könnte, hat der russische Präsident Wladimir Putin Äußerungen gemacht, die einige Experten als Eingeständnis der Grenzen seiner Ambitionen in der Region deuten.

Während seiner Amtseinführung für eine fünfte Amtszeit äußerte Putin die Bereitschaft, den Dialog mit dem Westen zu suchen, was Spekulationen über seine Absichten weckte.

Ein Tonwechsel?

Laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur RIA sagte Putin:

„Wir lehnen den Dialog mit dem Westen nicht ab. Die Wahl liegt bei ihnen“, und fügte hinzu, dass der Westen entscheiden müsse, ob er weiterhin Russlands Entwicklung einschränken oder eine Zusammenarbeit suchen wolle.

Er betonte weiterhin die Möglichkeit von Gesprächen über Sicherheitsfragen und strategische Stabilität, bestand jedoch auf gleichberechtigten Bedingungen und gegenseitigem Respekt für Interessen.

Die Deutung von Putins Kommentaren

Kristian Gerner, ein Russlandexperte und emeritierter Professor an der Universität Lund, interpretiert Putins Rede als subtile Andeutung seiner Bereitschaft, den Krieg zu Bedingungen zu beenden, die für Russland vorteilhaft sind.

„Was er sagt, ist, dass er bereit ist, den Krieg in der Ukraine mit den erreichten Gewinnen zu beenden“, erklärte Gerner der norwegischen VG.

Er vermutet, dass Putin die Unmöglichkeit erkennt, die gesamte Ukraine zu übernehmen, und wahrscheinlich die bereits von russischen Streitkräften besetzten Gebiete halten will.

Gerner vermutet, dass Putin zufrieden wäre, wenn er die Kontrolle über die Ostukraine und die Krim behalten dürfte, ein Vorschlag, den die Ukraine entschieden abgelehnt hat.

Die eigentliche Prüfung besteht jedoch darin, wie die westlichen Mächte auf Putins offensichtliches Friedensangebot reagieren werden.

„Putins Problem ist, dass er jegliche Glaubwürdigkeit verloren hat. Westliche Führer wie Macron und Biden wagen es nicht, ihm zu vertrauen. Sie wissen nicht, was er tun könnte“, erklärte Gerner und hob die Skepsis hervor, die in den westlichen Hauptstädten vorherrscht.