Russische Marinemanöver sorgen nach Kishidas USA-Besuch für Kontroversen in Japan

Geschrieben von Peter Zeifert

5 Wochen vor

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18/04/2024
Foto: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com
Foto: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com
Putin überreicht Japan ein „provokatives“ Geschenk.

Drei russische Marineschiffe begannen Übungen im Japanischen Meer, nur wenige Tage nach dem Besuch des japanischen Premierministers Fumio Kishida in den Vereinigten Staaten.

Diese Entwicklung wird von einigen als direkte Botschaft Moskaus an Tokio interpretiert, die auf Kishidas Versprechen folgt, die Sanktionen gegen Russland während seiner USA-Reise zu verstärken.

Eine zeitgerechte Demonstration militärischer Stärke

Laut dem chinesischen Medienportal Baijiahao war das Timing dieser Manöver kein Zufall.

Der Bericht legt nahe, dass diese Übungen eine kaum verhohlene Reaktion Moskaus auf Kishidas jüngste Äußerungen in Washington waren, wo er eine fortgesetzte Druckausübung auf Russland im Einklang mit der US-Politik gelobte.

Beobachter von Baijiahao merkten an,

„Russland bestätigte einmal mehr, dass es eine ‚Kampfnation‘ ist“, ein Begriff, der in China häufig verwendet wird, um die militärische Haltung Russlands zu beschreiben.

Ein „Geschenk“ von Putin an Kishida?

Die Übungen umfassten das Neutralisieren mehrerer Hubschrauber und Kampfschiffe eines hypothetischen Feindes. Offiziell waren dies routinemäßige Trainingsaktivitäten, doch Kommentatoren vermuten, dass das eigentliche Ziel unverkennbar war.

„Auf den ersten Blick bekämpfte die russische Flotte einen imaginären Gegner, doch jedem scharfsichtigen Beobachter war klar, dass das Erscheinen dieser drei russischen Schiffe eine deutliche Warnung an Japan war“, berichtete Baijiahao.

Die Medien in China hoben hervor, dass dieser Schritt gleichbedeutend mit der Übergabe eines „Geschenks“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin an Kishida war, was die Konsequenzen der Feindseligkeit gegenüber Russland symbolisiert.

Diese Interpretation zeichnet das Bild einer angespannten Nachbegegnungsbotschaft und zeigt die anhaltenden Komplexitäten in den russisch-japanischen Beziehungen, die immer noch durch das Fehlen eines formellen Friedensvertrags belastet sind.

Die Reaktion Japans erfolgte schnell und war von Besorgnis geprägt. Die Präsenz russischer Militärmacht so nah an seinen Küsten, unmittelbar nach diplomatischen Gesprächen mit den USA, hat in Tokio Unruhe ausgelöst.