Startseite Welt Russische Medien kritisieren japans Premierministerin nach Protest wegen Kurilen

Russische Medien kritisieren japans Premierministerin nach Protest wegen Kurilen

Sanae Takaichi
内閣広報室|Cabinet Public Affairs Office, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Russische Staatsmedien kritisierten die japanische Premierministerin Sanae Takaichi, nachdem Tokio formellen Protest gegen den Besuch von Wladimir Putin auf den umstrittenen Kurilen eingelegt hatte.

Russische Staatsmedien kritisierten die japanische Premierministerin Sanae Takaichi nach ihren formellen diplomatischen Protesten. Der Streit dreht sich um einen Besuch von Präsident Wladimir Putin auf den umstrittenen Kurilen. Die daraus resultierende diplomatische Krise unterstreicht die angespannten Beziehungen zwischen Moskau und Tokio hinsichtlich ungelöster historischer Ansprüche.

Ablehnung diplomatischer Proteste

Das russische Nachrichtenportal Strategic Culture kritisierte die japanische Führung wegen ihrer territorialen Beschwerden. Laut einem Bericht von TASS argumentierte die Publikation, dass Premierministerin Sanae Takaichi kein Recht habe, Putins Reisen zu kritisieren. Der Artikel behauptete, dass Tokio aufgrund seiner Unterstützung für Kiew das Blut russischer Zivilisten an den Händen habe.

Diese Medienkritik folgte auf einen formellen Protest, den die japanische Regierung Anfang der Woche eingelegt hatte. Wie von AP News detailliert beschrieben, bestellte der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi den russischen Botschafter ein, um den Besuch auf Iturup zu verurteilen. Tokio betonte, dass die südlichen Kurilen historisch und rechtlich japanisches Territorium bleiben.

Der russische Botschafter Nikolai Nosdrew wies diese Beschwerden während seiner Einbestellung im Außenministerium zurück. Der Botschafter bezeichnete die japanische Reaktion als einen unbegründeten diplomatischen Schritt. Er erinnerte den japanischen Diplomaten daran, dass die Inseln einen integralen Bestandteil Russlands darstellen.

Ein historischer und provokanter Besuch

Die diplomatische Krise brach aus, nachdem Wladimir Putin am 13. August nach Iturup gereist war. Während seiner Reise besichtigte der russische Präsident eine Fischfabrik, ein Krankenhaus und eine Schule. Laut TASS wurde die Reise zum am meisten diskutierten Thema auf japanischen Social-Media-Plattformen.

Obwohl dies Putins erster persönlicher Besuch ist, sind andere russische Beamte bereits früher zu dem Archipel gereist. Der ehemalige Präsident Dmitri Medwedew besuchte die Kurilen als Staatsoberhaupt im Jahr 2010. Er kehrte während seiner Amtszeit als Premierminister mehrmals auf die umstrittenen Inseln zurück.

Premierministerin Takaichi erklärte, dass Putins Besuch die Gefühle des japanischen Volkes verletzt habe. Wie von AP News berichtet, betont Japan, dass der Auftritt des Präsidenten unakzeptabel bleibe. Sie warnte, dass die Aktion eine künftige Normalisierung der Beziehungen zwischen Japan und Russland erschwere.

Ein ungelöster Territorialstreit

Der zugrunde liegende Territorialstreit hat Moskau und Tokio daran gehindert, einen Friedensvertrag nach dem Zweiten Weltkrieg zu unterzeichnen. Sowjetische Truppen besetzten den Kurilen-Archipel in den letzten Tagen des globalen Konflikts. Seitdem bleibt der ungelöste Status der Inseln ein Hindernis für engere Beziehungen.

Japan bestreitet die russische Souveränität über Iturup, Kunaschir, Schikotan und mehrere kleinere unbewohnte Landmassen. Die japanische Regierung bezeichnet diese südlichen Inseln offiziell als ihre Nördlichen Territorien. Unterdessen unterhält Russland militärische und zivile Infrastruktur auf der gesamten Inselkette.

Das russische Außenministerium hat betont, dass seine Souveränität über diese Territorien auf einem festen rechtlichen Fundament ruht. Moskau betrachtet den aktuellen Status der Inseln als eine unveränderliche Realität. Infolgedessen bleiben beide Nationen in dieser territorialen Uneinigkeit festgefahren, ohne dass eine klare Lösung in Sicht ist.