Russland verstärkt die Wehrpflicht und führt digitale Einberufungsbescheide ein

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: Shutterstock.com
Foto: Shutterstock.com
Putin zieht zusätzliche 150.000 Russen in das Militär ein.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat offiziell eine Erhöhung der Zahl der Wehrpflichtigen für den kommenden Frühjahrsdienst angeordnet.

In diesem Jahr werden die russischen Streitkräfte 150.000 neue Rekruten begrüßen, was einen leichten Anstieg gegenüber den Einberufungszahlen des vergangenen Frühjahrs darstellt.

Die Einberufung läuft vom 1. April bis zum 15. Juli und zielt auf eine breitere Altersgruppe ab, die jetzt Bürger bis zu 30 Jahren umfasst, eine Ausweitung gegenüber der bisherigen Altersgrenze von 27 Jahren.

Ein digitales Zeitalter für die Wehrpflicht

Zum ersten Mal wird Russland beginnen, elektronische Einberufungsbescheide auszustellen, ein moderner Schritt weg von den traditionellen Papierladungen, obwohl letztere bis zur vollständigen Einsatzbereitschaft des Militärregistrierungssystems in Gebrauch bleiben werden.

Diese Entwicklung ist Teil einer breiteren Digitalisierungsanstrengung im Wehrpflichtverfahren, wobei die Regierung eine umfassende digitale Überarbeitung bis 2025 anstrebt.

Die Initiative soll die Art und Weise, wie Wehrpflichtige zum Dienst einberufen werden, revolutionieren und macht Gebrauch von einer neuen einheitlichen Militärregistrierungsdatenbank, die für 2024 geplant ist.

Diese Datenbank wird umfangreiche persönliche Informationen über Wehrpflichtige enthalten und damit einen effizienteren und rationalisierten Einberufungsprozess ermöglichen.

Kein Einsatz in der Ukraine für Wehrpflichtige

In einer wahrscheinlich vielen eine Erleichterung bringenden Zusicherung hat Jewgeni Burdinski, der Leiter der Hauptabteilung Organisation und Mobilisierung des Generalstabs, erklärt, dass Wehrpflichtige nicht in aktive Kriegsgebiete, einschließlich der Ukraine, entsendet werden.

Diese Ankündigung zielt darauf ab, Bedenken hinsichtlich der möglichen Beteiligung neuer Rekruten an laufenden Konflikten zu adressieren.

Vorgehen gegen Wehrdienstverweigerung

Die russische Regierung hat auch die Maßnahmen gegen die Wehrdienstverweigerung verschärft. Mit der neuen digitalen Einberufungsstrategie werden die Behörden besser in der Lage sein, diejenigen zu verfolgen und zu bestrafen, die versuchen, dem Militärdienst zu entgehen, einschließlich der Verhängung von Reiseverboten.

Diese Verschärfung ist Teil eines umfassenden Pakets von Reformen, das letzten Juli genehmigt wurde und darauf abzielt, die Effizienz und Rechenschaftspflicht des Wehrpflichtsystems zu erhöhen.

Der Übergang zu einem digitalen Einberufungssystem kommt mit einem hohen Preis, geschätzt auf 3,8 Milliarden Rubel (37.9 Millionen Euro)

Nach Angaben des stellvertretenden Ministers für digitale Entwicklung, Kommunikation und Massenmedien, Oleg Katschanow, steht die Implementierung des Militärregistrierungsregisters vor Herausforderungen aufgrund von "sehr strengen" Anforderungen an Infrastruktur und Informationssicherheit.

Trotz dieser Hindernisse markiert die Initiative einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung des russischen Wehrpflichtprozesses.