Russland verurteilt Schweizer Friedensgipfel zur Ukraine als sinnlos ohne eigene Beteiligung

Peter Zeifert

9 Wochen vor

|

03/05/2024
Welt
Foto: Belish / Shutterstock.com
Foto: Belish / Shutterstock.com
Russland verurteilt Schweizer Friedensgipfel zur Ukraine als sinnlos ohne eigene Beteiligung.

Dmitry Medvedev, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, hat sich deutlich kritisch über die bevorstehende Friedenskonferenz zur Ukraine geäußert, die im Juni in der Schweiz stattfinden soll.

Bemerkenswerterweise wird Russland an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen, eine Ausgrenzung, die Medvedev als dreifachen Vorteil für Russland deutet.

Medwedews eigenwillige Analyse des dreifachen Nutzens

Erstens prognostiziert Medvedev, dass die Konferenz eine weitere Demonstration des Scheiterns des Friedensplans des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj darstellen wird, den er abfällig als den Plan eines „Narren“ bezeichnete.

Er äußerte die Hoffnung, dass Selenskyjs persönliche Teilnahme an der Veranstaltung seine „intellektuelle Unzulänglichkeit“ weiter offenbaren würde.

Der zweite Vorteil, so Medvedev, liege darin, dass die Konferenz die Unfähigkeit der westlichen Mächte aufzeigen werde, die ukrainische Krise effektiv zu bewältigen.

Letztlich behauptet er, dass das Fehlen russischer Beteiligung auf dem Gipfel es den russischen Streitkräften ermöglichen wird, ihre Operationen in der Ukraine ohne Störungen fortzusetzen, mit dem Ziel, das ukrainische politische Regime zu demontieren und Territorien für Russland zurückzugewinnen.

Medvedev schloss seine Bemerkungen mit einem sarkastischen Dank an die Schweiz ab, die er ironisch als das „Land des Käses und der Uhren“ bezeichnete.

Russland fordert zum Boykott auf

Maria Sacharowa, die offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums, forderte Russlands globale Partner auf, den Gipfel zu meiden.

Sie wiederholte, dass Russland sich in keiner Phase dieser von der Schweiz geleiteten Gipfel beteiligen werde und mahnte zur Wachsamkeit gegenüber dem, was sie als anti-russische Provokationen von Kiew und dem Westen beschrieb, die nicht auf Frieden, sondern auf fortgesetzte Konfrontation abzielten.

Die russische Botschaft in Bern wies den Gipfel als bloße Ansammlung von Ultimaten ohne sinnvollen Dialog zur Konfliktlösung zurück und betonte, dass Gespräche ohne russische Beteiligung bedeutungslos seien.

Währenddessen lädt die Schweiz 160 Länder ein, wobei Bedenken hinsichtlich der Erosion ihres langjährigen neutralen Status geäußert wurden, der traditionell ihrer Rolle als Gastgeber internationaler Konferenzen zugutekam.

Auf ukrainischer Seite wird intensiv daran gearbeitet, eine bedeutende internationale Präsenz auf der Konferenz zu sichern, wobei besonders auf die Teilnahme Chinas Wert gelegt wird.

Ob Selenskyj selbst teilnehmen wird, bleibt ungewiss.