Immer mehr Milliardäre, die einst mit Russland in Verbindung gebracht wurden, entscheiden sich dafür, sich als Bürger anderer Nationen neu zu positionieren.
In der aktuellen Forbes-Milliardärsliste für das Jahr 2025 werden 24 Unternehmer, die zuvor als Russen aufgeführt waren, nun unter anderen Ländern gelistet.
Laut der Moscow Times, beläuft sich ihr gemeinsames Vermögen auf fast 110 Milliarden US-Dollar – und sie haben es mitgenommen.
Diese Änderungen geschehen nicht zufällig. In den meisten Fällen beantragen die Milliardäre selbst diese Anpassungen – ein Teil eines wachsenden Trends, bei dem Russlands Reichste still und leise ihre Verbindungen zum Land kappen.
Von Moskau nach Monaco: Wohin das Geld fließt
Zu den prominentesten Fällen gehört Andrey Melnitschenko – ehemals reichster Mann Russlands – der nun mit einem Vermögen von 17,4 Milliarden US-Dollar unter den Vereinigten Arabischen Emiraten geführt wird.
Der Stahl- und Bergbaumagnat Alischer Usmanow wird nun mit Usbekistan und einem Vermögen von 16,7 Milliarden US-Dollar in Verbindung gebracht.
Milliardär Leonid Fedun, ehemaliger Vizepräsident von Lukoil, ist nun mit Monaco und 10,4 Milliarden US-Dollar verknüpft.
Die Schweiz hat sich zu einem bevorzugten Ziel für mehrere ehemalige russische Tycoons entwickelt. Milliardäre wie Michail Prochorow (10,7 Mrd. USD), Jegor Kulkow (4,1 Mrd. USD) und Oleg Boiko (1,5 Mrd. USD) gelten nun als ansässig in der Schweiz.
Andere sind über Europa und den Nahen Osten verstreut:
Alexey Kusmichev (7,5 Mrd. USD) – Frankreich
Pjotr Awen (4,7 Mrd. USD) – Lettland
Jelena Baturina (1,3 Mrd. USD) – Vereinigtes Königreich
Arkadi Wolosch (1,2 Mrd. USD), Alexander Mamut (1,4 Mrd. USD) – Israel
Denis Schtengelow (1,4 Mrd. USD) – Australien
Weitere – Zypern, VAE, Monaco
Diese Verschiebungen deuten nicht nur auf geografische Veränderungen hin, sondern auch auf strategische. Milliardäre versuchen zunehmend, dem Stigma und den finanziellen Einschränkungen zu entgehen, die mit einer Verbindung zum Kreml einhergehen.
Ein Trend, angetrieben von Krieg und Sanktionen
Die massenhafte „Rebranding“-Welle russischen Reichtums ist nicht neu – doch sie beschleunigt sich. Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine ist der russische Pass zu einem echten Hindernis im globalen Geschäftsleben geworden. Sanktionen haben den Zugang zu westlichen Banken, Investitionen und Partnerschaften für alle, die eng mit Moskau verbunden sind, erheblich eingeschränkt.
Das hat viele der ultrareichen Russen dazu veranlasst, sich nach Alternativen umzusehen. Einige sind sogar noch weiter gegangen: Mindestens sechs Milliardäre haben offiziell ihre russische Staatsbürgerschaft abgelegt, darunter:
Nikolai Storonsky, Mitgründer des Fintech-Unternehmens Revolut
Timur Turlow, Eigentümer von Freedom Holding
Yuri Milner, Gründer von DST Global