Schachlegende Garry Kasparov auf Russlands Liste der "Terroristen und Extremisten" gesetzt

Geschrieben von Peter Zeifert

11 Wochen vor

|

06/03/2024
Foto: Dagens.de
Foto: Dagens.de
Schachlegende Garry Kasparov auf Russlands Liste der "Terroristen und Extremisten" gesetzt.

Garry Kasparov, der renommierte Schachgroßmeister und politische Aktivist, wurde offiziell von Russland auf die Liste der "Terroristen und Extremisten" gesetzt, wie die finanzielle Überwachungsbehörde Rosfinmonitoring bekannt gab.

Die Behörde legte allerdings nicht die spezifischen Gründe für Kasparovs Aufnahme in diese Liste dar. Kasparov, ein entschiedener Kritiker des Regimes von Wladimir Putin, hat sich seit Beginn der militärischen Aktionen Russlands in der Ukraine im Jahr 2014 lautstark gegen die Politik des russischen Präsidenten ausgesprochen.

Nach seinem Rücktritt vom professionellen Schach im Jahr 2005 wandte sich Kasparov der politischen Aktivität zu und wurde zu einem vehementen Gegner Putins, den er einmal als "den gefährlichsten Mann der Welt" bezeichnete. Durch die Einstufung als "Extremist und Terrorist" durch die russischen Behörden können Kasparovs finanzielle Vermögenswerte ohne gerichtliche Anordnung eingefroren werden.

Kasparov, der rechtliche Konsequenzen für seine politischen Aktivitäten befürchtete, verließ Russland im Jahr 2013 in Richtung Vereinigte Staaten und lebt derzeit in New York City. Im Mai 2022 wurde er zudem von russischen Beamten als "ausländischer Agent" gekennzeichnet, wobei angebliche finanzielle Unterstützung aus der Ukraine als Begründung angeführt wurde.

Im Zuge des anhaltenden Konflikts nach der Eskalation der militärischen Handlungen Russlands gegen die Ukraine hat Kasparov aktiv an den Anti-Kriegs-Bemühungen im Exil teilgenommen.

Er trug zur Gründung des Anti-Kriegs-Komitees Russlands bei, das sich zum Ziel setzt, den Widerstand gegen den Krieg zu konsolidieren.

Kasparovs politische Ambitionen umfassten auch einen Versuch, im Jahr 2008 bei den russischen Präsidentschaftswahlen zu kandidieren, eine Kampagne, die er letztendlich aufgrund dessen, was er als systematische "Behinderung" beschrieb, abbrach. Seine jüngste Einstufung markiert ein weiteres Kapitel in seinem langjährigen Widerstand gegen die Regierung Putins.