Der ukrainische Präsident hat eine kurze, aber auffällige Reaktion auf die Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro durch die USA abgegeben.
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Seine sorgfältig gewählten Worte, mit einem Lächeln vorgetragen, wurden weithin als deutliche Botschaft an einen weiteren langjährigen Gegner Washingtons verstanden.
Trumps Ankündigung
Am 3. Januar erklärte US-Präsident Donald Trump, amerikanische Streitkräfte hätten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Zuge einer groß angelegten Militäroperation festgenommen. Auf Truth Social schrieb Trump, Maduro und seine Ehefrau seien gefasst und aus Venezuela ausgeflogen worden.
US-Justizministerin Pam Bondi bestätigte später laut BBC, dass Maduro unter anderem wegen „Verschwörung zum Narco-Terrorismus“ und Kokainhandels angeklagt sei. Bondi sagte, er werde sich vor US-Gerichten verantworten müssen. Maduro hat eine Beteiligung am Drogenhandel zuvor bestritten.
Selenskyjs Reaktion
Wolodymyr Selenskyj wurde nach einem Treffen mit europäischen Sicherheitsberatern auf die Operation angesprochen. Lächelnd antwortete er den Reportern knapp.
„Wie soll ich darauf reagieren? Was soll ich sagen?“, sagte er laut Mail Online.
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Dann fügte er hinzu: „Wenn es möglich ist, so mit Diktatoren umzugehen, dann wissen die USA, was als Nächstes zu tun ist.“ Die Bemerkung wurde weithin als indirekter Hinweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin verstanden, auch wenn Selenskyj ihn nicht namentlich erwähnte.
Kyjiws weitere Haltung
Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha äußerte sich öffentlich. In einem Beitrag auf X erklärte er, die Ukraine habe stets das Recht der Nationen verteidigt, frei von Diktatur und Repression zu leben.
„Das Maduro-Regime hat all diese Prinzipien in jeder Hinsicht verletzt“, schrieb Sybiha und verwies auf Gewalt, Folter, manipulierte Wahlen und die Zerstörung demokratischer Institutionen.
Er fügte hinzu, dass die Ukraine Maduras Legitimität nach umstrittenen Wahlen nicht anerkannt habe und sich damit Dutzenden anderer Länder anschließe.
Nachwirkungen in den USA
Später tauchten Aufnahmen auf, die zeigen, wie Maduro durch ein Büro der US-Drogenbekämpfungsbehörde in New York geführt wird. Während Kameras filmten, sagte der venezolanische Staatschef einen kurzen Satz.
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„Happy new year“, sagte er.
Die Festnahme hat die Debatte über die Bereitschaft Washingtons verschärft, gegen autoritäre Machthaber vorzugehen, während Selenskyjs Worte unterstrichen, wie aufmerksam solche Schritte in Kyjiw verfolgt werden, während der Krieg mit Russland andauert.
Quellen: BBC, Mail Online, Unilad