Donald Trump zeigt sich verblüfft darüber, dass Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erwägt, bei der Präsidentschaftswahl anzutreten.
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In einem Interview greift der US-Präsident die Führung des Bundesstaates scharf an und nennt ein milliardenschweres Prestigeprojekt als abschreckendes Beispiel.
”Erstaunt, dass er überhaupt kandidieren will”
Präsident Donald Trump sagt, er sei zutiefst skeptisch gegenüber Gavin Newsoms Plänen, 2028 den Schritt ins Weiße Haus zu wagen. In einem Interview mit The California Post, geführt im Oval Office, nachdem Trumps Regierung Kalifornien in mehreren Fragen verklagt hatte, stellt er die Qualifikationen des Gouverneurs infrage.
„Ich bin erstaunt, dass Gavin überhaupt kandidieren will“, sagte Trump laut der Zeitung und beschrieb Newsoms Führung anschließend als „inkompetent“, schreibt die New York Post.
Kritik an Kalifornien
Trump, der selbst eine Golfanlage in Kalifornien besitzt, trennt deutlich zwischen dem Image des Bundesstaates und der Art, wie er seiner Ansicht nach regiert wird.
„Die Menschen lieben den Traum von Kalifornien, aber sie hassen das, was mit ihnen passiert“, sagt er und fordert eine völlig andere Art von Führung.
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Führt demokratische Umfragen an
Gavin Newsom ist in jüngster Zeit landesweit deutlich sichtbarer geworden und hat einen offensiveren Ton angeschlagen, insbesondere in den sozialen Medien.
Nach Zusammenstellungen von RealClearPolitics liegt er derzeit an der Spitze des Durchschnitts der Umfragen für die demokratischen Vorwahlen 2028.
Newsom kommt auf rund 24 Prozent Unterstützung unter demokratischen Wählern, gefolgt von der früheren Vizepräsidentin Kamala Harris mit 21 Prozent. Dahinter folgen Pete Buttigieg und Alexandria Ocasio-Cortez.
Hochgeschwindigkeitszug im Visier
Trump meint, Newsoms Leistungsbilanz in Kalifornien könne sich in einem landesweiten Wahlkampf als Belastung erweisen. Besonders hebt er den umstrittenen Hochgeschwindigkeitszug zwischen San Francisco und Los Angeles hervor.
Das Projekt, dessen Kosten auf rund 124 Milliarden Euro geschätzt werden, gilt als das teuerste Eisenbahnvorhaben in der Geschichte der USA. Trump bezeichnet es als einen „Zug ins Nirgendwo“ und sagt, die Kostenüberschreitungen seien beispiellos.
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„Es sollte ein einfacher Zug zwischen San Francisco und Los Angeles sein. Es ist der größte Kostenschock, den ich je gesehen habe“, sagte er laut dem Interview.
Verzögerungen und verschwundene Gelder
Ursprünglich sollte der Zug 2020 fertiggestellt sein. Nun liegt das Ziel bei 2030, und dann nur für einen begrenzten Abschnitt im Central Valley, weit entfernt von den Großstädten.
Gleichzeitig war die Finanzierung instabil, mit Bundesmitteln, die gestrichen, wieder eingeführt und erneut zurückgezogen wurden. Das Ergebnis sei, dass kalifornische Steuerzahler einen immer größeren Teil der Kosten tragen müssten, berichtet die New York Post.
Eine abgekühlte Beziehung
Trump beschreibt auch, wie sich das Verhältnis zwischen ihm und Newsom im Laufe der Zeit verändert hat.
„Früher kamen wir miteinander aus. Jetzt ist es hoffnungslos. Sie sind weit nach links gegangen“, sagt der Präsident.
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Die beiden trafen sich kürzlich in Davos beim Weltwirtschaftsforum, wo Newsom Trump vor internationalen Führungspersönlichkeiten offen kritisierte. Trump bestätigt, dass sie miteinander gesprochen haben, will aber nicht ins Detail gehen.
„Ich habe ihn in Davos gesehen. Wir haben gesprochen. Es war okay“, sagt er knapp.