Seit Jahrzehnten gelten die Vereinigten Staaten als der ultimative Sicherheitsgarant für ihre Verbündeten.
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Doch Donald Trumps Drohungen, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, ein Gebiet des NATO-Verbündeten Dänemark, haben dieses Bild erschüttert und Zweifel daran geweckt, wie Washington selbst mit seinen engsten Partnern umgeht.
Japan scheint sich nun einer wachsenden Liste von Verbündeten anzuschließen, die vertröstet werden, nachdem eine Prüfung ergeben hat, dass Militärgüter im Wert von Milliarden Euro auch Jahre nach der Bestellung nicht geliefert wurden.
Fehlende Lieferungen
Eine Untersuchung japanischer Regierungsprüfer ergab, dass 118 Bestellungen für US-Militärausrüstung nicht ausgeliefert wurden, obwohl seit der Unterzeichnung der Verträge mehr als fünf Jahre vergangen sind.
Über die Ergebnisse berichtete Nikkei Asia, das erklärte, die Geschäfte fielen unter das US-Programm für ausländische Militärverkäufe.
Die nicht gelieferten Ausrüstungen sind Teil eines Pakets im Wert von etwa 6,6 Milliarden Euro, das Japan im Rahmen des Programms im Voraus bezahlt hat.
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Japanische Beamte machten laut Bericht Verzögerungen bei US-Herstellern für die ausbleibenden Lieferungen verantwortlich.
Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft
Die Prüfer erklärten, die Verzögerungen hätten die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte gezwungen, ältere Systeme als Übergangslösung weiter zu nutzen.
Beamte warnten, dies habe die Einsatzbereitschaft beeinträchtigt und Sorgen hinsichtlich der langfristigen Planung ausgelöst.
Das Militärportal DefenseBlog hob einen der gravierendsten Fälle hervor.
Ausrüstung, die für die Wartung des Frühwarnflugzeugs E-2D Advanced Hawkeye benötigt wird, war auch fünf Jahre nach der Bestellung noch nicht eingetroffen.
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Die E-2D spielt eine zentrale Rolle bei der Überwachung des Luftraums und der Koordinierung von Verteidigungsoperationen, und der Prüfbericht stellte fest, dass die Verzögerung direkte Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte hatte.
Grenzen der Verträge
Dem Bericht zufolge lässt die Struktur des FMS-Systems den Käuferländern nach Vertragsabschluss kaum Einflussmöglichkeiten.
Lieferfristen in den Vereinbarungen gelten als Richtwerte und sind für die US-Regierung rechtlich nicht bindend.
Infolgedessen hatte Japan nur begrenzte Möglichkeiten, Fristen durchzusetzen, obwohl die Ausrüstung im Voraus bezahlt worden war.
Die Prüfer erklärten, dieses Ungleichgewicht setze Tokio langanhaltenden Verzögerungen ohne klare Abhilfemöglichkeiten aus.
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Strategische Fragen
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Japan den größten militärischen Ausbau seit dem Zweiten Weltkrieg verfolgt, getrieben von Sorgen um die regionale Sicherheit und wachsenden Spannungen in Ostasien.
Das FMS-Programm bleibt das Rückgrat der US-Waffenexporte an Verbündete.
Nach Angaben der US-Regierung nehmen derzeit rund 189 Länder und internationale Organisationen daran teil, wobei Verkäufe jeweils einzeln vom Außenministerium genehmigt werden.
Die Schlussfolgerungen der Prüfung dürften in Japan die Debatte über Beschaffungsstrategien und die Abhängigkeit von US-Verteidigungslieferungen anheizen.
Quellen: DefenseBlog, money.pl