Russische Internetzensur kostet die Wirtschaft Milliarden.
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Russland verzeichnete im Jahr 2025 die weltweit umfangreichsten absichtlichen Internetabschaltungen.
Diese kosteten die Wirtschaft nach staatlich verhängten Einschränkungen der Konnektivität schätzungsweise 11,9 Milliarden US-Dollar (rund 11,0 Milliarden Euro), wie aus einem aktuellen Bericht von Top10VPN hervorgeht.
Bei diesen Ausfällen handelte es sich nicht um vereinzelte Blackouts infolge von Ereignissen wie Protesten, sondern um Teil einer systematischen und anhaltenden Strategie zur Kontrolle des Internets.
Diese kombinierte großflächige Abschaltungen mit gezielter Drosselung und Eingriffen in Internetprotokolle.
Ausmaß der Störungen
Dem Bericht zufolge verhängten die russischen Behörden im Jahr 2025 absichtliche Internetbeschränkungen über mehr als 37.000 Stunden hinweg und betrafen damit rund 146 Millionen Menschen – im Grunde die gesamte Bevölkerung.
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Zu diesen Maßnahmen zählten vollständige Abschaltungen, regionale Sperren sowie Taktiken, bei denen Dienste technisch zwar „online“ blieben, praktisch jedoch unbenutzbar waren.
Die von Russland verursachte Gesamtdauer der Ausfälle war mehr als dreimal so hoch wie die in dem zweitplatzierten Pakistan registrierten Stunden und übertraf die Abschaltungen in anderen Ländern wie Iran und Myanmar bei Weitem.
Die „16-KB-Gardine“
Ein zentrales Element der russischen Strategie war die sogenannte „16-KB-Gardine“.
Dabei handelt es sich um eine Drosselungsmethode, bei der viele auf westlichen Servern gehostete Websites auf lediglich die ersten 16 Kilobyte an Daten begrenzt wurden.
Dadurch waren sie faktisch unbrauchbar, obwohl sie scheinbar erreichbar blieben.
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Diese Technik wurde bei Diensten angewandt, die über große Content-Netzwerke bereitgestellt werden, und isolierte die Nutzer effektiv von beliebten Online-Plattformen.
Der Zugang zu Nachrichtenseiten, Kommunikationswerkzeugen und Cloud-Diensten wurde stark verlangsamt, ohne dass es zu einer vollständigen Blockade kam.
Wirtschaftliche und globale Auswirkungen
Die Analyse von Top10VPN zeigt, dass absichtliche Internetstörungen weltweit im Jahr 2025 wirtschaftliche Schäden in Höhe von 19,7 Milliarden US-Dollar (rund 18,1 Milliarden Euro) verursachten – ein Anstieg von 156 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Russland war für den Großteil dieser Summe verantwortlich; allein die dortigen Verluste beliefen sich auf nahezu 12 Milliarden US-Dollar (rund 11,0 Milliarden Euro).
Weitere Länder in den Top Ten der wirtschaftlichen Verluste durch Internetstörungen waren Venezuela, Myanmar, Pakistan, Irak und Iran – keines von ihnen erreichte jedoch das Ausmaß oder die Kosten der russischen Eingriffe.
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Weiterer Kontext
Experten von Human Rights Watch zufolge spiegelt die Welle der Ausfälle eine Eskalation digitaler Kontrolle und Zensur wider.
Der Kreml hat seine Kontrolle über die Internetinfrastruktur und den Zugang in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft.
Die Maßnahmen werden häufig mit Sicherheitsargumenten begründet, während Kritiker sie als Versuche sehen,
Informationen zu unterdrücken, die Meinungsfreiheit einzuschränken und das inländische Online-Umfeld gezielt zu gestalten.
Quellen: United24Media, Top10VPN, Human Rights Watch