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Warum die radioaktive Kontamination in Tschernobyl bestehen blieb: Die wissenschaftlichen Unterschiede zu Hiroshima

Chernobyl + Hiroshima
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Die Folgen eines nuklearen Ereignisses hängen von mehr ab als nur von seiner unmittelbaren Zerstörungskraft. Wo sich radioaktive Partikel ablagern und wie lange sie dort verbleiben, kann darüber entscheiden, ob ein Gebiet wieder normal genutzt werden kann.

Die unmittelbare Strahlung wird innerhalb weniger Augenblicke nach einer Nukleardetonation freigesetzt. Radioaktive Partikel, die sich in Boden, Wasser und Vegetation ablagern, können jedoch über Jahre hinweg Strahlenquellen bleiben.

Die Bomben, die Hiroshima und Nagasaki im August 1945 trafen, explodierten mehrere hundert Meter über dem Boden. Die Luftdetonationen erzeugten extreme Hitze und gewaltige Druckwellen, die in beiden Städten katastrophale Verluste an Menschenleben und massive Zerstörungen verursachten.

Da die Feuerbälle über der Erdoberfläche blieben, rissen sie nicht die großen Mengen an Boden und Trümmern in die radioaktiven Wolken, wie es bei Explosionen in Bodennähe geschehen kann. Auch die Menge und Zusammensetzung des radioaktiven Materials, die örtlichen Wetterbedingungen und die begrenzte Dauer der jeweiligen Freisetzung beeinflussten das Ausmaß der Kontamination.

Dennoch kam es zu radioaktivem Fallout. Radioaktive Partikel wurden durch den dunklen Niederschlag, der später als „Schwarzer Regen“ bekannt wurde, in einige Stadtgebiete getragen.

Eine Studie der Radiation Effects Research Foundation ergab keinen statistisch signifikanten Anstieg der Krebsinzidenz oder der Sterblichkeit unter Überlebenden, die angaben, nach den Bombenabwürfen dem Regen ausgesetzt gewesen zu sein. Die Forschenden wiesen jedoch darauf hin, dass die Angaben zur Exposition auf Interviews beruhten, die erst Jahre später geführt wurden, und daher mit Unsicherheiten behaftet seien.

Separate Untersuchungen der RERF haben jedoch ein erhöhtes Krebsrisiko bei Überlebenden nachgewiesen, die allgemein der Strahlung der Bomben ausgesetzt waren.

Da kein beschädigter Reaktor weiterhin radioaktives Material freisetzte, konnte der Wiederaufbau nach dem Krieg beginnen. Die Rückkehr des städtischen Lebens machte die langfristigen medizinischen, psychologischen und historischen Folgen für die Überlebenden jedoch nicht ungeschehen.

Warum die Kontamination rund um Tschernobyl bestehen blieb

Der Unfall von Tschernobyl begann im April 1986 auf Bodenniveau. Reaktormaterial wurde bei der ersten Explosion und den darauffolgenden Bränden freigesetzt. Radionuklide gelangten durch Rauch, Staub und feine Partikel in die Atmosphäre, bevor sie sich in den umliegenden Gebieten ablagerten.

Bewertungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (International Atomic Energy Agency) weisen abgelagertes Cäsium als eine wichtige Quelle langfristiger Strahlenexposition aus. Anders als bei der kurzzeitigen Freisetzung durch eine Luftdetonation gelangte die Kontamination aus dem Reaktor über ein wesentlich größeres Gebiet in Boden, Vegetation und Gewässer. Beschränkungen für kontaminierte Lebensmittel, die Landnutzung und den Zugang sowie Dekontaminationsmaßnahmen trugen dazu bei, die Strahlendosen für die Bevölkerung zu verringern.

Wälder bleiben ein besonderes Problem, weil sich radioaktives Cäsium weiterhin durch Boden, Pflanzen, Pilze und Tiere bewegen kann. Wildpilze, Beeren und Wild können daher auch dort noch radioaktive Kontamination aufweisen, wo sich die Bedingungen in Städten, auf landwirtschaftlichen Flächen oder in geräumten Gebieten verbessert haben.

Die Strahlungswerte sind innerhalb der Sperrzone nicht überall gleich, und autorisierte Arbeitskräfte können bestimmte Bereiche unter kontrollierten Bedingungen betreten. Überwachung, Schutzvorschriften und Begrenzungen der Aufenthaltsdauer in betroffenen Gebieten bleiben wichtig. Besiedlung und normale Landnutzung sind an den am stärksten kontaminierten Orten nach wie vor eingeschränkt.

Ein nukleares Ereignis kann eine Stadt zerstören, ohne dass dasselbe Muster einer langanhaltenden Bodenkontamination entsteht wie nach einem schweren Reaktorunfall.

Quellen: Radiation Effects Research Foundation, Internationale Atomenergie-Organisation (International Atomic Energy Agency)