Startseite Krieg Sich von Putin abzuwenden ist schwer: Ehemaliger Verbündeter fleht erneut...

Sich von Putin abzuwenden ist schwer: Ehemaliger Verbündeter fleht erneut um Hilfe

Vladimir putin
Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Der plötzliche Handelsstreit geschah nicht zufällig.

Der internationale Handel wird oft zu einer heiklen Waffe, wenn alte politische Allianzen zu zerbrechen beginnen.

Ein kleines Land spürt nun den Druck an seinen Grenzen, da ein mächtiger Nachbar plötzlich seine größten Exportgüter blockiert.

Hilferuf

Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan griff am Montag zum Telefon. Er rief den russischen Präsidenten Wladimir Putin an, um eine plötzliche und schwerwiegende Wirtschaftsblockade anzusprechen.

Laut Reuters, zitiert von The Moscow Times, hat Moskau kürzlich eine umfangreiche Liste armenischer Waren verboten. Die blockierten Importe reichen von frischem Obst und Gemüse über Blumen und Fisch bis hin zu alkoholischen Getränken.

Dieser plötzliche Exportstopp für alltägliche Güter setzt lokale Unternehmen immens unter Druck.

Regelbruch

Paschinjan argumentierte, diese neuen Handelshemmnisse brächen bestehende Versprechen zwischen den beiden Ländern.

Der armenische Staatschef wies darauf hin, dass beide Nationen der von Moskau geführten Eurasischen Wirtschaftsunion angehörten. Er betonte, die Exportverbote verstießen vollständig gegen die Gründungsregeln dieses Handelsblocks.

Sein Team veröffentlichte eine Erklärung, die das Telefongespräch vom Montag detailliert beschreibt. „Er bat darum, Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme zu ergreifen“, teilte das offizielle Büro mit und fügte hinzu, dass Armenien weiterhin vollständig offen für einen friedlichen Dialog sei.

Blick nach Europa

Der plötzliche Handelsstreit geschah nicht zufällig. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verschlechtern sich rapide, da Armenien engere Bindungen zu westlichen Nationen aufbaut.

Dieser politische Wandel führt zu ernsthaften Spannungen im Kreml. Während des Anrufs wies Putin Armeniens erklärtes Bestreben, der Europäischen Union beizutreten, entschieden zurück.

Reuters berichtet, der Kreml wolle, dass die armenische Öffentlichkeit über die Angelegenheit abstimme. Putin teilte Paschinjan mit, sein europäischer Vorschlag bedürfe „so bald wie möglich“ eines nationalen Referendums.

Hohe Risiken

Russische Beamte haben bereits eine deutliche Warnung ausgesprochen. Sie drohten, Armenien aus der Eurasischen Wirtschaftsunion auszuschließen, sollte das Land die europäische Integration weiter verfolgen.

Die wirtschaftlichen Risiken sind für die kleinere Nation unglaublich hoch. Russland kontrolliert entscheidende Energielieferungen in die Region und übt einen massiven finanziellen Einfluss auf die lokalen Märkte aus.

Paschinjan besiegte im Juni mehrere pro-russische Oppositionsparteien, um die Wiederwahl zu gewinnen. Er besuchte Russland sogar Anfang dieses Monats, um die sich wandelnden diplomatischen Gewässer zu navigieren.

Doch sich von Moskau loszusagen, bleibt eine monumentale Aufgabe. Allein im letzten Jahr entfielen rund 35 Prozent des gesamten armenischen Außenhandels auf Russland.

Quellen: Reuters, The Moscow Times