Anstatt hochmoderne Kampfjets zur Bekämpfung ukrainischer Drohnen einzusetzen, versucht der Kreml, eine günstigere Alternative zu schaffen.
Russland wandelt ein bescheidenes Trainingsflugzeug in einen spezialisierten Jäger um, der darauf ausgelegt ist, schwere Luftdrohnen und unbemannte Wasserfahrzeuge zu zerstören.
Laut Army Recognition, das sich auf die russische Nachrichtenagentur TASS beruft, arbeitet Moskau an der Aufrüstung der bestehenden Yak-130M, um die Belastung seiner teuersten Frontlinienjets zu verringern.
Der Einsatz von hochmodernen Su-57-Kampfjets zur Verfolgung langsam fliegender Drohnen verschwendet wichtige Flugstunden und Geld. Army Recognition berichtete, dass russische Staatsmedien die neue Rolle enthüllten, die eine kostengünstige Verteidigungsschicht über gefährdeten Regionen aufbaut.
Der Plan sieht vor, diese aufgerüsteten Flugzeuge täglich zur Patrouille um Küstenanlagen, strategische Militärbasen und wichtige Kraftwerke einzusetzen, wodurch die knappe Anzahl an Tarnkappenjägern für weitaus gefährlichere Kampfmissionen gegen fortgeschrittene Feinde reserviert wird.
Vollgepackt mit Technologie
Die Ingenieure haben das alte Flugzeug nicht einfach neu lackiert. Sie haben mehr als die Hälfte seiner internen Elektronik überarbeitet und ein leistungsstarkes BRLS-130R-Radar zusammen mit einem optischen SOLT-130K-Zielsystem und einem aufgerüsteten Prezident-S130-Selbstschutzsystem hinzugefügt.
Der aufgerüstete Jet trägt weitreichende R-77-1-Radarraketen und agile R-74M-Infrarotwaffen. Diese Systeme ermöglichen es den Besatzungen, große unbemannte Flugzeuge zu erfassen und sie zu treffen, lange bevor ein Sichtkontakt hergestellt wird.
Ein zweisitziges Cockpit hält die hohe Arbeitsbelastung während anstrengender Einsätze überschaubar. Ein Pilot konzentriert sich ausschließlich auf das Fliegen des Flugzeugs, während der zweite Operator die Sensoren steuert, bewegliche Ziele verfolgt und Lenkwaffen abfeuert.
Ein weiter Weg
Die Jagd auf maritime Oberflächendrohnen stellt Piloten vor eine viel größere Herausforderung. Kleine, schnell fahrende Motorboote verschmelzen leicht mit den Meereswellen, was die Besatzungen zwingt, sich auf Küstenradarnetzwerke und Wärmebildgebung zu verlassen, um Ziele bei schlechtem Wetter zu lokalisieren.
Moskau hat bereits drei Prototypen für Feldtests zusammengebaut. Offizielle Tests werden sich jedoch bis Ende 2028 erstrecken, bevor die volle Serienproduktion und die Lieferungen an aktive Einheiten endlich beginnen können.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von fast 959 km/h und einer Reichweite von rund 1.609 Kilometern wird das Flugzeug niemals einen Hochgeschwindigkeits-Luftkampf gewinnen. Doch seine wahre Stärke liegt darin, einen praktischen, kostengünstigen Schutzschild gegen anhaltende Drohnenangriffe zu bieten.