Startseite Politik Putin greift den Westen wegen einer „russophoben Maschinerie“ an

Putin greift den Westen wegen einer „russophoben Maschinerie“ an

Vladimir Putin
IMAGO / ITAR-TASS

Politische Führungspersönlichkeiten nutzen bedeutende Reden häufig, um die Haltung ihrer Regierung zu internationalen Angelegenheiten und innenpolitischen Prioritäten darzulegen. Solche Äußerungen können Einblicke in die offizielle Kommunikation geben, sollten jedoch weiterhin unabhängig geprüft und verifiziert werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin beschuldigte westliche Regierungen während einer Ansprache vor Abgeordneten der Staatsduma, Russland durch Sanktionen und politischen Druck schwächen zu wollen.

Über die Äußerungen berichtete die russische staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti nach Putins Treffen mit den Abgeordneten am 27. Juli.

Der Bericht gibt Putins Darstellung des Konflikts wieder und enthält keine unabhängige Überprüfung der während der Rede erhobenen Behauptungen.

Sanktionen und Druck

Im Mittelpunkt der Rede stand die westliche Reaktion auf Russland seit 2022. Putin bezeichnete diese Politik als eine „russophobe Maschinerie“ und erklärte, die wirtschaftlichen und politischen Beschränkungen gegen Moskau seien erheblich verschärft worden.

Er verwies zudem auf Maßnahmen, die bereits vor 2022 verhängt worden waren, unter anderem nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 und dem Ausbruch des Konflikts in der Ostukraine. In Bezug auf diese Ereignisse verwendete Putin den kremlnahen Begriff „Russischer Frühling“.

Nach Angaben von RIA Novosti sagte der russische Präsident, die westlichen Staaten hätten eine Rekordzahl an Sanktionen verhängt, ihre Ziele jedoch nicht erreicht. Der Bericht der Nachrichtenagentur führte keine von Putin vorgelegten Belege zur Untermauerung seiner Einschätzung der Wirksamkeit der Sanktionen an.

Die nach Russlands groß angelegter Invasion in die Ukraine verhängten Sanktionen richten sich gegen russische Banken, Unternehmen, Technologieimporte, Energieeinnahmen sowie gegen Personen mit Verbindungen zum Staat. Westliche Regierungen bezeichneten die Maßnahmen als Versuch, Moskaus Fähigkeit zur Finanzierung und Fortführung des Krieges einzuschränken.

Putin stellte die Beschränkungen hingegen als Teil eines umfassenderen Versuchs dar, Russlands Wirtschaft und staatliche Institutionen zu untergraben.

Seiner Darstellung zufolge sollte die Kampagne die Gesellschaft destabilisieren und dem Bankensystem, der Industrie, der Wissenschaft und dem Bildungswesen des Landes schaden. Er erklärte, diese Bemühungen hätten Russlands nationale Entschlossenheit nicht geschwächt.

Globaler Wettbewerb

Anschließend wandte sich Putin dem internationalen System zu. Er bezeichnete die gegenwärtige Phase als einen entscheidenden Abschnitt der russischen Geschichte und erklärte, dass sich infolge des intensiven Wettbewerbs zwischen den Großmächten eine neue Weltordnung herausbilde.

Seine Äußerungen entsprachen der langjährigen Darstellung des Kremls, wonach Russland einem koordinierten Druck westlicher Regierungen von außen ausgesetzt sei.

Die Rede bot Putin zudem die Möglichkeit, die innenpolitische Widerstandsfähigkeit Russlands mit der außenpolitischen Position des Landes zu verknüpfen und wirtschaftlichen Druck sowie geopolitische Rivalität als Bestandteile derselben Konfrontation darzustellen.

Zum Abschluss erklärte Putin, Russland werde weiterhin seine Sicherheit und Unabhängigkeit sowie das verteidigen, was er als „Wahrheit und Gerechtigkeit“ bezeichnete.

Quelle: RIA Novosti