Das Tanken fühlt sich seit Monaten wie ein kostspieliges Glücksspiel an.
Autofahrer weltweit haben beobachtet, wie die Kraftstoffpreise gestiegen und gefallen sind, während geopolitische Spannungen die globalen Energieversorgungen stören. Doch während Verbraucher an der Zapfsäule jeden Cent zweimal umdrehen, erzielen große Ölkonzerne atemberaubende Gewinne, berichtet The Express.
Plötzlicher Gewinnsprung
Shell meldete kürzlich einen Quartalsgewinn von 9,84 Milliarden US-Dollar für die drei Monate bis Juni. Diese Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie die 4,26 Milliarden US-Dollar, die das Energieunternehmen im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnete.
Der massive Anstieg erfolgte, nachdem ein Konflikt mit dem Iran die globalen Schifffahrtsrouten gestört hatte. Lieferketten durch die Straße von Hormus waren starken Reibungen ausgesetzt, was die Ölmärkte in Aufruhr versetzte und die Kosten in die Höhe trieb.
Laut einem Bericht von Express trieb die Krise die Gewinne im gesamten ersten Halbjahr in die Höhe. Shells Gesamtgewinn ist im Vergleich zu früheren Niveaus um rund 70 Prozent gestiegen.
Die Turbulenzen lösten dramatische Preisschwankungen auf dem globalen Markt aus. Brent Crude, die wichtigste internationale Öl-Benchmark, schoss während des Höhepunkts der Spannungen von etwa 73 US-Dollar pro Barrel auf über 120 US-Dollar.
Profite aus dem Chaos schlagen
Die Preise haben sich seitdem wieder unter 100 US-Dollar pro Barrel eingependelt, da Händler darüber spekulieren, wann die Schifffahrtsrouten wieder vollständig geöffnet sein werden. Doch diese anhaltende Marktvolatilität hat großen Unternehmen immer noch enorme Auszahlungen beschert.
Schnelle Preisverschiebungen vergrößern die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufswerten. Diese Spanne ermöglicht es großen Ölhandelsabteilungen, deutlich höhere Margen für jedes Barrel zu sichern, das sie bewegen.
Shell-Chef Wael Sawan räumte ein, dass das Unternehmen von den turbulenten Bedingungen profitiert habe.
„Unsere operative Leistung ermöglichte sehr starke Ergebnisse in einem weiteren Quartal schwerwiegender Störungen auf den globalen Energiemärkten“, sagte er.
Andere Schwergewichte der Branche erzielen ähnliche Gewinne aus der Marktinstabilität. Unternehmen wie BP und das norwegische Equinor haben in diesem Jahr ebenfalls Rekordgewinne gemeldet, da erhöhte Rohölpreise die Unternehmensgewinne im gesamten Sektor weiterhin ankurbeln.
Quellen: Express