Der russische Beamte vergleicht die aktuelle Situation mit der Plünderung Roms im Jahr 410 n. Chr.
Fast 49.000 Migranten überquerten an einem einzigen Tag von Marokko aus die Grenze zum spanischen Gebiet Ceuta. Einige schwammen. Andere kletterten über hohe Grenzzäune entlang der Küste.
Laut Reuters starben mindestens 18 Menschen auf See. Die Behörden setzten rasch Militärkräfte ein, um die Grenze zu kontrollieren, wo nach Zusammenstößen mit Menschenmengen ausgebrannte Autos die Straßen säumten.
Ein lokaler spanischer Polizeiverband erklärte, die Beamten seien von dem plötzlichen Zustrom überfordert gewesen. Unterdessen berichtete ein 32-jähriger Migrant namens Brahim Reportern, er sei zu spät gekommen, um das Tor zu passieren.
„Ich war zu spät“, sagte er, während Tausende in nahegelegenen Städten warteten.
Politischer Sturm zieht auf
Die Massenbewegung löste sofort einen Riss unter den europäischen Staats- und Regierungschefs aus. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte an, ihre Regierung sei bereit, „mit außergewöhnlichen Maßnahmen einzugreifen, um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu verteidigen, einschließlich der Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien“.
Der italienische Außenminister Antonio Tajani kritisierte ebenfalls Madrids Politik, nannte sie „grundlegend falsch“ und sagte, sie „fördere den Menschenhandel“.
Der spanische Außenminister José Manuel Albares wies die Bemerkung zurück. Er bezeichnete die Botschaft als „unangemessen“ und bestand auf „Solidarität und nicht parteiischer Demagogie“.
Hinter den Kulissen verstärkte Frankreich die Kontrollen an seiner eigenen Grenze zu Spanien. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez eilte am Freitag nach Ceuta, um sich mit lokalen Beamten zu treffen und die Folgen zu bewältigen.
Spott aus Russland
Das Ereignis zog auch scharfe Kommentare von internationalen Beobachtern auf sich. Der russische Beamte Kirill Dmitriev veröffentlichte online ein Bild mit der Bildunterschrift „Barbarians at the Gate: 410 AD vs Now“.
Dmitriev bezieht sich auf das, was als „Plünderung Roms“ bekannt ist – eine dreitägige koordinierte Plünderung im August 410 n. Chr.
Gerichtsurteile in Spanien haben die Bemühungen erschwert, Menschen, die auf dem Seeweg ankommen, zurückzuweisen. Dennoch erklären spanische Beamte, sie planten weiterhin, illegale Einreisende unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zurückzuführen.
Lokale Menschenrechtsgruppen forderten die Behörden auf, die Menschenwürde bei den Maßnahmen zu wahren. Sie warnten, dass die Ressourcen in Ceuta weiterhin völlig unzureichend seien, um die plötzliche Welle von Ankünften zu bewältigen.
