Hinter Bitcoins Versprechen als Schutz vor Inflation verbergen sich schwerwiegende strukturelle Risiken – von volatilen Preisschwankungen und strengen Steuerregeln bis hin zu 140 Milliarden US-Dollar an dauerhaft gesperrten Geldern.
Jede Generation stößt auf einen neuen Finanztrend, der die Art und Weise, wie Menschen ihr Geld betrachten, grundlegend verändert.
Spekulationsblasen und neue Technologien stellen das Vertrauen der Öffentlichkeit ständig auf die Probe und treiben gleichzeitig regulatorische Grenzen an ihre Limits.
Eine digitale Anlageklasse ist genau in diese Rolle geschlüpft und hat eine heftige Debatte darüber entfacht, ob sie die Zukunft der Finanzen oder ein hochriskantes Glücksspiel darstellt, berichtet Hartford Funds.
Konstruktionsbedingt begrenzt
Im absoluten Herzen dieser Bewegung steht Bitcoin. Die Anlageklasse wurde 2009 von einer anonymen Person unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ins Leben gerufen und agiert völlig außerhalb staatlicher Kontrolle.
Stattdessen prägen Programmierer neue Coins, indem sie komplexe mathematische Probleme auf einem öffentlichen digitalen Hauptbuch, der sogenannten Blockchain, lösen.
Die Entwickler haben die Anlageklasse mit einer strikten Obergrenze versehen. Es werden jemals nur 21 Millionen Bitcoins existieren, und Ende 2025 waren laut Investopedia, zitiert nach Hartford Funds, noch rund 1,1 Millionen ungeschürft.
Befürworter sehen in dieser festen Produktionsobergrenze einen eingebauten Schutz vor Inflation.
Diese Eigenschaft hat mehrere institutionelle Käufer dazu veranlasst, den Token als elektronische Alternative zu Edelmetallen zu betrachten und ihn zum Ausgleich breiterer Anlageportfolios einzusetzen.
Sperren und Verluste
Dennoch bringt die Anlageklasse einzigartige strukturelle Risiken mit sich. Transaktionen sind absolut endgültig und werden in digitalen Geldbörsen gespeichert, die durch Passwörter gesichert sind.
Ohne die korrekten Zugangsdaten ist eine Wiederherstellung unmöglich. Nach Zahlen der New York Times, zitiert nach Hartford Funds, haben verlegte Passwörter rund ein Fünftel des gesamten Bitcoin-Angebots dauerhaft gesperrt – eine unwiederbringliche Summe, die auf 140 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
Marktinstabilität bleibt ein bestimmendes Merkmal. Im Laufe des Jahres 2025 erlebte die Anlageklasse scharfe Einbrüche mit einer Häufigkeit, die an die Wall Street während des Crashes von 2008 erinnerte.
Diese Turbulenzen setzten sich direkt bis Anfang 2026 fort, wo an jedem vierten Handelstag erhebliche Preisschwankungen von vier Prozent oder mehr auftraten. Auch die Steuerbehörden behalten diese Geschäfte genau im Auge.
Die US-Steuerbehörde IRS besteuert die Anlageklasse als Eigentum, was bedeutet, dass jede einzelne Transaktion Anleger dazu zwingt, Kapitalgewinne oder -verluste zu berechnen.