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Elon Musk behauptet, Geld sei bald überflüssig, während er ein neues Bezahlsystem startet

Elon Musk behauptet, Geld sei bald überflüssig, während er ein neues Bezahlsystem startet
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Elon Musk behauptet, dass KI Geld bis 2036 überflüssig macht, hat aber gerade X Money gestartet, während er auf dem Papier fast siebenhundert Milliarden Euro verloren hat.

Tech-Mogul Elon Musk hat vor kurzem erklärt, dass Bargeld und Währungen innerhalb des nächsten Jahrzehnts dank künstlicher Intelligenz völlig bedeutungslos werden. Dennoch wählte er in einem klassischen Stück Konzernironie genau dieselbe Woche, um ein brandneues digitales Bezahlsystem auf seiner Social-Media-Plattform zu starten. Während seine eigenen Aktienbestände einen massiven Einbruch erleiden, sieht die Welt zu, wie ein Milliardär eine geldlose Zukunft predigt und gleichzeitig ein neues Finanznetzwerk aufbaut.

Das Paradoxon des ehemaligen Billionärs

Musk veröffentlichte vor kurzem ein seltenes öffentliches Geständnis in den sozialen Medien, in dem er sich nach einem historischen Kurssturz scherzhaft als ehemaligen Billionär bezeichnete. Laut einem neuen Bericht von Fortune drückte ein gewaltiger Einbruch der SpaceX-Aktie sein Nettovermögen auf rund sechshunderteinundvierzig Milliarden Euro. Das entspricht einem atemberaubenden Papierverlust von fast siebenhundert Milliarden Euro gegenüber seinem Höchstwert vor nur sechs Wochen.

Obwohl er zusehen muss, wie Werte von Hunderten Milliarden Euro aus seinem digitalen Portfolio verdampfen, bleibt der Tech-Milliardär dabei, dass fiktiver Reichtum seine Bedeutung verliert. Er argumentierte kürzlich in einem aufsehenerregenden Interview, dass fortschrittliche Robotik und KI bald mehr Güter produzieren werden, als irgendein Mensch konsumieren kann. Seiner Ansicht nach wird die rasche Ausbreitung automatisierter Arbeit die grundlegende Notwendigkeit von Löhnen oder traditionellen Währungen letztlich komplett aufheben.

Kritiker wiesen jedoch schnell auf die gewaltige Lücke zwischen seiner futuristischen Philosophie und seinen konkreten geschäftlichen Schritten hin. Es ist leicht, eine geldlose Utopie vorherzusagen, wenn man selbst weiterhin auf dem absolut größten persönlichen Vermögen der Welt sitzt. Für normale Menschen, die mit Miete und hohen Lebensmittelpreisen kämpfen, bleibt die Idee des verschwindenden Geldes ein abstrakter Luxus der Superreichen.

Eine Bank bauen und gleichzeitig ihren Untergang prophezeien

Das Timing seiner neuesten Produktvorstellung lässt seine philosophischen Vorhersagen für normale Beobachter noch merkwürdiger erscheinen. Nur wenige Tage nachdem er behauptet hatte, Geld werde bald keine Rolle mehr spielen, rollte er offiziell X Money für seine Abonnenten aus. Der neue Dienst bietet den Nutzern eine digitale Geldbörse, gebührenfreie Überweisungen und eine physische Visa-Debitkarte.

Diese ehrgeizige Finanzfunktion ist Teil seines langfristigen Plans, seine Plattform in eine allumfassende Super-App zu verwandeln. Er präsentierte die Idee Investoren bereits vor Jahren mit dem Ziel, den massiven digitalen Banken-Ökosystemen in Asien Konkurrenz zu machen. Die Partnerschaft mit großen Kreditkartennetzwerken beweist, dass er weiterhin tief darin investiert ist, die Ausgaben der Menschen zu kontrollieren.

Eine digitale Bank einzuführen und gleichzeitig Währungen für veraltet zu erklären, schafft ein faszinierendes Paradoxon für den kontroversen Unternehmer. Einerseits verspricht er eine Zukunft des automatisierten Überflusses, in der niemand mehr für die spätere Rente sparen muss. Andererseits baut er aktiv die Infrastruktur auf, um bei jedem einzelnen Kaffeekauf seiner Nutzer Transaktionsgebühren zu kassieren.

Die Realität des gemeinsamen Wohlstands

Sowohl Analysten als auch Ökonomen äußern schwere Zweifel an seinem Zeitplan für eine Welt völlig ohne finanzielle Knappheit. Prominente Risikokapitalgeber betonen, dass selbst wenn KI unendliche Produktivität schafft, politische Systeme den Wohlstand selten gleichmäßig an alle verteilen. Ohne einschneidende politische Veränderungen könnte die automatisierte Technologie schlicht noch mehr Macht in den Händen riesiger Konzerne konzentrieren.

Zudem unterstreicht die jüngste Unruhe in seinen eigenen Unternehmen, wie zerbrechlich digitaler Papierreichtum bei Marktveränderungen sein kann. Preissenkungen bei seinen Elektroautos und teure Verzögerungen in der Raketenentwicklung haben bei den Investoren an der Wall Street zuletzt für deutliche Nervosität gesorgt. Wenn ein Milliardär die Hälfte seines Vermögens auf dem Papier verliert, beweist das, dass das aktuelle Finanzsystem weiterhin heftig auf reale Risiken reagiert.

Letztlich offenbart seine doppelte Erzählung die ganz spezielle Denkweise moderner Tech-Titanen, die durch eine ungewisse Zukunft navigieren. Sie können von einer automatisierten Utopie träumen, in der Bargeld nicht mehr existiert, während sie gleichzeitig Werkzeuge bauen, um schon heute Marktanteile zu erobern. Bis diese Sci-Fi-Vision vom universellen Überfluss tatsächlich eintrifft, müssen normale Verbraucher weiterhin in einer Welt leben, in der Geld eine verdammt große Rolle spielt.