Startseite Politik Trump verließ Air Force One heimlich in einem Catering-Lkw

Trump verließ Air Force One heimlich in einem Catering-Lkw

Donald Trump abroad Air Force One
Official White House Photo by Joyce N. Boghosian, Public domain, via Wikimedia Commons

Eine ungewöhnliche Reise im Zusammenhang mit dem US-Präsidenten hat die Aufmerksamkeit auf die Menschen gelenkt, die gemeinsam mit hochrangigen Regierungsvertretern unterwegs waren. Später veröffentlichte Einzelheiten haben Fragen darüber aufgeworfen, was die Passagiere wussten, während sich die Ereignisse abspielten.

Donald Trump hat bestätigt, dass sein Sicherheitsteam ihn nach dem NATO-Gipfel in der Türkei am 8. Juli heimlich in ein anderes Flugzeug brachte. Journalisten, Mitarbeiter des Weißen Hauses und hochrangige Vertreter der Regierung blieben an Bord der Maschine zurück, die den Anschein erweckte, den US-Präsidenten zu befördern.

Der Wechsel erfolgte nach Geheimdienstinformationen über einen möglichen iranischen Angriff. CBS News berichtete, US-Behörden hätten eine glaubwürdige Bedrohung identifiziert, die einen Plan umfasste, eine Rakete auf das Flugzeug des Präsidenten abzufeuern.

The New York Times erwähnte Geheimdienstinformationen über eine Person in der Nähe des Gipfels, die Berichten zufolge mit einer schultergestützten Raketenwaffe gesehen worden war. NRK berichtete unabhängig davon, dass der geheime Abflug stattfand, nachdem die Vereinigten Staaten nach dem Scheitern der Verhandlungen ihre militärischen Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen hatten.

Trump erklärte, er habe lediglich die Anweisungen der für seinen Schutz zuständigen Behörden befolgt. „Ich richte mich nach dem Secret Service und dem Militär. Sie wollten, dass ich einen anderen Flug, ein anderes Flugzeug nehme“, sagte er laut BBC vor Reportern. „Ich muss einfach tun, was sie sagen.“

Andere Passagiere blieben zurück

Die Entscheidung bedeutete, dass viele Menschen aus der Delegation des Präsidenten ihre Reise in einem Flugzeug fortsetzten, das nach außen hin weiterhin als Zentrum der Sicherheitsoperation erschien.

Journalisten und einige Mitarbeiter des Weißen Hauses wussten nicht, dass Trump aus dem Flugzeug gebracht worden war. Auch Mitglieder des Kabinetts befanden sich an Bord. Aus den öffentlich verfügbaren Berichten geht jedoch nicht hervor, ob diese Regierungsvertreter über den Wechsel des Präsidenten informiert worden waren.

Diese Unterscheidung ist wichtig geworden, weil sich die Frage stellt, ob die Aufrechterhaltung dieses Eindrucks diejenigen, die an Bord blieben, einem größeren Risiko ausgesetzt haben könnte. NRK berichtete über Kritik an diesem Vorgehen. Trump argumentierte später hingegen, dass das Flugzeug, in dem er sich tatsächlich befand, möglicherweise einer größeren Gefahr ausgesetzt gewesen wäre, wenn potenzielle Angreifer seinen tatsächlichen Aufenthaltsort entdeckt hätten.

Trump war zunächst dabei gesehen worden, wie er am Flughafen Ankara die Präsidentenmaschine vom Typ Boeing 747 bestieg. Anschließend wurde er heimlich in eine C-32A gebracht, eine militärische Version der Boeing 757, die für Reisen hochrangiger Vertreter der US-Regierung eingesetzt wird.

Das Flugzeug wurde zum Lockvogel

Die Schutzstrategie beruhte darauf, Trumps Aufenthaltsort nach dem Wechsel geheim zu halten.

Laut BBC verwendete das größere Flugzeug weiterhin die Kennung „AF1“, während die kleinere Militärmaschine mit dem Präsidenten an Bord unter dem Rufzeichen „Reach 18“ flog. Auf diese Weise blieb der Eindruck bestehen, Trump befinde sich weiterhin an Bord des Flugzeugs, in dem Journalisten und Regierungsvertreter reisten.

Air Force One bezeichnet nicht ausschließlich eine bestimmte Boeing 747. Die Bezeichnung wird normalerweise für ein Flugzeug der US Air Force verwendet, wenn sich der Präsident tatsächlich an Bord befindet. Dadurch waren die Umstände rund um die beiden Flüge besonders ungewöhnlich.

Trump reiste auf seinem Rückweg später über Großbritannien. Einige Einzelheiten darüber, wie er zwischen den Flugzeugen umstieg, wurden nicht öffentlich erläutert. Teile der Sicherheitsoperation blieben daher auch nach Bekanntwerden des allgemeinen Ablaufs geheim.

Sicherheit der Presse rückt in den Fokus

Nun wird die Frage gestellt, ob die Menschen, die ohne Trump weiterreisten, unnötiger Gefahr ausgesetzt waren.

Das Committee to Protect Journalists erklärte, die Regierung trage die Verantwortung dafür, dass Journalisten, die über den Präsidenten berichten, nicht unnötig in Gefahr gebracht werden. Zudem sollten Journalisten über glaubwürdige Bedrohungen informiert werden, wenn diese Informationen erforderlich seien, um ihre eigene Sicherheit einschätzen zu können.

Schutzbehörden haben regelmäßig Gründe, sensible Informationen zurückzuhalten, wenn ein Präsident während einer potenziellen Bedrohung verlegt wird. Die Operation in der Türkei warf jedoch eine zusätzliche Frage auf, weil das Täuschungsmanöver ein Flugzeug betraf, in dem sich Menschen befanden, die möglicherweise selbst jener Gefahr ausgesetzt waren, der die Behörden zu entgehen versuchten.

Quellen: BBC, NRK, CBS News, The New York Times