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Das Gehirn Ihres Hundes nimmt möglicherweise mehr in Ihrem Gesicht wahr, als Sie denken

Man screaming at dog
Shutterstock

Forscher stellen fest, dass Tiere, die eng mit Menschen zusammenleben, überraschend spezifisch auf Gesichtsausdrücke reagieren. Neue Untersuchungen mittels Hirnbildgebung zeigen, dass diese Reaktionen nicht bei allen negativen Gesichtsausdrücken gleich ausfallen.

Angst erwies sich als die deutlichste Trennlinie, als Wissenschaftler die Gehirnreaktionen von Hunden auf menschliche Gesichter mit verschiedenen emotionalen Ausdrücken verglichen.

In einer in iScience veröffentlichten Studie ließen sich Aktivitätsmuster, die mit ängstlichen Gesichtern verbunden waren, von jenen unterscheiden, die mit Traurigkeit und Wut in Zusammenhang standen. Zwischen wütenden und traurigen Gesichtern zeigte die Analyse hingegen keine vergleichbar klare Abgrenzung.

Diese Unterscheidung ist bedeutsam, weil frühere Forschungen bereits gezeigt haben, dass Hunde sensibel auf menschliche Gesichter reagieren. Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass ihre neuronalen Reaktionen differenzierter sein könnten als eine bloße Unterteilung in positive und negative Gesichtsausdrücke.

Das Ergebnis sollte nicht als Beweis dafür verstanden werden, dass Hunde Angst, Wut oder Traurigkeit bewusst erkennen. Die Aufnahmen zeigen Unterschiede in der Gehirnaktivität, wenn bestimmte Bilder präsentiert werden, belegen jedoch nicht, dass Hunde diese Ausdrücke genauso interpretieren wie Menschen.

Was die Hirnscans zeigten

Für die Untersuchung wurden zwei Gruppen von Hunden aus Privathaushalten herangezogen. In einem Teil der Studie wurden acht Tieren fröhliche und neutrale Gesichter gezeigt, während in einem anderen Teil zwölf Hunde Gesichter betrachteten, die Freude, Wut, Angst und Traurigkeit ausdrückten.

Fröhliche Gesichter führten zu einer stärkeren Aktivität in einem Bereich des rechten Temporalkortex, der bis in den Nucleus caudatus reichte. Laura Cuaya von der Universität Wien hob dieses Ergebnis hervor, berichtet People.

„Die Aktivität im Nucleus caudatus ist besonders interessant“, sagte sie. „Sie deutet darauf hin, dass fröhliche menschliche Gesichter für Hunde eine emotionale Bedeutung haben könnten.“

Die Forscher vermuteten außerdem, dass Angst und Wut die Aufmerksamkeit schneller auf sich ziehen könnten als Traurigkeit, weil diese Gesichtsausdrücke eine größere unmittelbare Relevanz haben können. Das Ergebnis zur Angst beruhte jedoch auf Unterschieden in den Aktivitätsmustern des gesamten Gehirns und nicht auf einem Nachweis dafür, dass die Hunde die Emotion bewusst als solche erkannten.

Was die Studie nicht beweisen kann

Die Forscher verwendeten Standbilder aus Datenbanken, in denen Menschen die dargestellten Emotionen bereits klassifiziert hatten. Das Experiment untersuchte daher, ob die Gehirne der Hunde unterschiedlich auf diese Bildkategorien reagierten – nicht, ob die Tiere die Gesichtsausdrücke im menschlichen Sinne verstanden.

Hinzu kamen weitere Einschränkungen. Die Stichprobe war klein, viele der teilnehmenden Hunde waren Border Collies, und Fotografien können die Bewegungen und wechselnden Gesichtsausdrücke nicht wiedergeben, denen Hunde im täglichen Umgang mit Menschen begegnen.

Trotz dieser Einschränkungen liefert die Studie weitere Hinweise darauf, dass die Reaktionen von Hunden auf menschliche Gesichter auch innerhalb der weit gefassten Kategorie negativer Gesichtsausdrücke unterschiedlich ausfallen können. Künftige Forschungen könnten genauer untersuchen, wie das lange Zusammenleben von Hunden und Menschen mit ihrer Sensibilität für menschliche soziale Signale zusammenhängt.

Quellen: iScience, People