Die Dateien zeigten, dass der Angriff Open-Source-Systeme namens Hermes und OpenClaw nutzte.
Moderne Werkzeuge sollen unser Leben erleichtern, doch sie können schnell in die falschen Hände geraten.
Die Verfolgung digitaler Spuren wird kompliziert, wenn ein unsichtbarer Eindringling einbricht.
Nun verändert eine neue Art von Bedrohung die Art und Weise, wie Nationen ihre Geheimnisse schützen.
Ein unsichtbares digitales Team
Verdächtige Hacker aus China nutzten kürzlich öffentlich zugängliche künstliche Intelligenz, um in Regierungswebsites in Taiwan einzudringen. Die Financial Times, zitiert von United24Media, berichtet, dass die Operation einen beängstigenden Meilenstein in der digitalen Kriegsführung darstellt.
Software-Agenten erledigten die Aufgabe völlig autonom und änderten ihre Taktik, sobald sie auf ein Hindernis stießen.
Die Operation lief Anfang Juli über vier Tage. Bis zu acht automatisierte Agenten kartierten 21 Regierungssysteme und spürten Schwachstellen auf.
Datendiebstahl
Die Software kompromittierte mindestens 85 Regierungskonten. Sie erbeutete mehr als 2.500 Personalakten, bevor sie die taiwanesische Atomsicherheitsbehörde und mehrere Energieunternehmen ins Visier nahm.
Ein israelisches Cyberverteidigungsunternehmen namens Dream deckte die Sicherheitslücke zuerst auf. Bei der Verfolgung von Online-Bedrohungen fanden Analysten die versteckten Beweise in einem riesigen Online-Archiv.
Die Dateien zeigten, dass der Angriff Open-Source-Systeme namens Hermes und OpenClaw nutzte. Um Standard-Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, täuschten die Hacker die Software, indem sie vorgaben, einen autorisierten Sicherheitstest durchzuführen.
Wenn ein digitaler Pfad fehlschlug, entsandte das System einen weiteren Agenten. Das Tool reorganisierte seine Angriffsstrategien ständig mithilfe neuer Informationen.
Eine globale Warnung
Experten sprechen von einer massiven Verschiebung. Amir Becker, Chief Strategy Officer bei Dream, bezeichnete die Sicherheitslücke als einen beispiellosen „End-to-End-Autonomieangriff“ auf ein Regierungsziel.
Er sprach eine deutliche Warnung an die Staats- und Regierungschefs der Welt aus. „Dies muss die Grundannahme jeder Regierung weltweit sein“, sagte Becker der Financial Times.
Dream nannte Taiwan oder China nicht explizit, doch andere Quellen bestätigten schnell das Ziel. Analysten bemerkten zudem vereinfachtes Chinesisch in den internen Kommunikationen, ein Detail, das stark auf Peking hindeutet.
Die neue Normalität
Ein Sprecher des taiwanesischen Ministeriums für digitale Angelegenheiten lehnte es ab, den spezifischen Fall zu erörtern, räumte jedoch die wachsende Gefahr ein.
„Hackerangriffsmethoden sind immer vielfältiger geworden, und in den letzten Jahren hat die Integration von KI-Technologie die Natur von Cybersicherheitsvorfällen weiter verändert“, bemerkte der Sprecher.
Taiwan ist einem unerbittlichen digitalen Sperrfeuer ausgesetzt. Das Nationale Sicherheitsbüro der Insel meldete für 2025 durchschnittlich 2,6 Millionen chinesische Cyberangriffe pro Tag.
Letztes Jahr berichtete Anthropic, dass chinesische Gruppen seine Software manipulierten, um in Dutzende globaler Unternehmen einzudringen.
Quellen: Financial Times, United24Media, Taiwans Ministerium für digitale Angelegenheiten, Taiwans Nationales Sicherheitsbüro, Anthropic