Der Präsident schien von einer grundlegenden Handelsinformation völlig überrascht.
Wenn man Jahrzehnte damit verbringt, eine Karriere in der Außenpolitik aufzubauen, erwartet man, dass die Verantwortlichen die Grundlagen verstehen.
Manchmal widerlegt ein einziges Treffen diese Annahme. Ein kurzes Gespräch genügte, damit ein erfahrener Diplomat seinen Posten aufgab.
Eine überraschende Forderung
Die HuffPost berichtete, dass der ehemalige amerikanische Botschafter in Panama, John Feeley, kürzlich die Geschichte seines einzigen Treffens mit Donald Trump erzählte.
In einem Gespräch im „Stateside“-Podcast des Guardian schilderte der Diplomat das Treffen vom Juni 2017.
Feeley erinnerte sich an den genauen Moment, in dem sein Vertrauen in seine Arbeit schwand, und bemerkte, dass der Präsident ihre Diskussion mit einer unverblümten Forderung eröffnete.
„Sie sind also mein Botschafter in Panama. Was bekommen wir von Panama?“, fragte Trump laut Feeley.
Ohne Fachjargon
Die Frage verblüffte den Beamten. Panama hat lediglich 4,5 Millionen Einwohner und kein Militär, während die Vereinigten Staaten eine enorme globale Macht besitzen.
Feeley beschloss, die üblichen politischen Floskeln beiseitezulassen.
Er erklärte dem Moderator Kai Wright, wie er in einfacher Sprache die wirtschaftlichen Vorteile darlegte.
Der Diplomat wies darauf hin, dass der berühmte Kanal einen kostengünstigen Versand ermöglicht. Elektronikartikel wie Fernseher und Telefone gelangen zu einem erheblichen Preisnachlass von asiatischen Fabriken zu amerikanischen Häfen.
Der Wendepunkt
Der Präsident schien von dieser grundlegenden Handelsinformation völlig überrascht. Trump sah ihn an und sagte: „Huh, wer hätte das gedacht?“
„Ich mache keine Witze. Das hat er gesagt: ‚Wer hätte das gedacht?‘“, erzählte Feeley dem Podcast und lachte bei der Erinnerung.
Doch die Realität hinter dem Witz drängte den Beamten zum Rücktritt. Er kündigte seinen Rücktritt nur wenige Monate später an und verließ seinen Posten Anfang 2018 vollständig.
Der kurze Austausch festigte sein „Unbehagen, weiterhin sein persönlicher Vertreter zu sein“, erklärte Feeley.
Eine oberflächliche Sichtweise
Nach dreißig Jahren Arbeit in der Region war Feeley zutiefst beunruhigt über die engstirnige Ausrichtung der Regierung.
Der ehemalige Beamte sparte nicht mit scharfer Kritik am republikanischen Führer.
„Dies ist ein Mann, der so grundlegend ignorant ist, der von Menschen umgeben ist, die nicht ignorant sind, die aber in ihrer Darstellung einer Region, der ich etwa 30 Jahre meines Lebens gewidmet habe, eine so grundlegend oberflächliche Sichtweise haben“, erklärte er.
Er bemerkte, dass der gesamte außenpolitische Ansatz rein transaktional wirkte und sich auf einen Gedanken reduzierte: „Was bekommen wir von diesen Leuten?“
Quellen: HuffPost, The Guardian