Sommer in Europa waren einst von sanftem Sonnenschein und gelegentlichen Strandausflügen geprägt.
Doch auf dem gesamten Kontinent und im Vereinigten Königreich waren die letzten Monate unerbittlich drückend. Während ein weiteres großes Wettersystem intensive Hitze einschließt, sind Millionen Menschen mit Rekordtemperaturen konfrontiert, die kaum Anzeichen eines Nachlassens zeigen, wie The Guardian berichtet.
Europa in Flammen
Eine erstickende Hitzeglocke über Europa hat die Temperaturen auf außergewöhnliche Werte getrieben. Das Met Office meldete, dass Kew Gardens im Westen Londons vorläufig 38,1 °C erreichte, was den bisher heißesten Tag des Jahres im Vereinigten Königreich markiert. Auf dem Kontinent überschritten die Temperaturen während der fünften großen Hitzewelle der Sommersaison die 40-°C-Marke.
Meteorologen sagen, dass 2026 auf dem Weg ist, der heißeste Sommer in der britischen Geschichte zu werden. Es wird voraussichtlich auch das erste Jahr sein, in dem das Vereinigte Königreich vier verschiedene Tage mit 36 °C oder mehr verzeichnet. Andernorts ertrug Frankreich in Bordeaux Temperaturen von bis zu 39 °C, während Spanien einen sengenden Höchstwert von 42,4 °C erlebte.
Die intensive Hitze und die anhaltende Trockenheit haben in mehreren Regionen gefährliche Waldbrände ausgelöst. In den West Midlands beschädigte ein ausgedehnter Grasbrand mindestens sechs Häuser und führte dazu, dass vier Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Der örtliche Stadtrat Andrew Tromans warnte: „Die apokalyptischen Szenen in Norton und in ganz Stourbridge sind leider nur ein Vorgeschmack darauf, was uns erwartet, wenn wir nicht handeln.“
Gesundheit am Abgrund
Die Krise reicht weit über versengte Landschaften und aktive Brandlinien hinaus. Fast drei Viertel Englands und ganz Wales bleiben von Dürre betroffen, was die öffentlichen Wasserressourcen stark belastet. Unterdessen zwangen rekordniedrige Wasserstände an der Donau Rumänien, einen Kernreaktor, der ein Fünftel seines Stroms liefert, vorübergehend abzuschalten.
Die Zahl der menschlichen Opfer steigt weiter, da die Gesundheitsdienste unter starker Belastung leiden. Deutsche Gesundheitsbeamte schätzen, dass in diesem Sommer 12.500 Menschen an hitzebedingten Ursachen gestorben sind. In England verzeichneten Notaufnahmen in den Monaten Mai, Juni und Juli jeweils über 2,4 Millionen Patientenbesuche, was den geschäftigsten Sommer aller Zeiten markiert.
Gesundheitsfachkräfte sind in Einrichtungen ohne ausreichende Kühlung mit strapaziösen Bedingungen konfrontiert. Das Royal College of Nursing äußerte Bedenken hinsichtlich des Personals, das „von Kopf bis Fuß schweißgebadet“ arbeite. Die Kollegin des Klimawandelausschusses, Julia King, warnte vor zukünftigen Risiken und merkte an, dass extremes Wetter „von hier an schlimmer wird“, bis Netto-Null erreicht ist.
Quellen: The Guardian, Met Office, Agence France-Presse