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Kolumbien und Venezuela zeigen starke Kontraste bei der Erdbebenhilfe

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Kolumbien und Venezuela zeigten nach zwei jüngsten Erdbeben gegensätzliche Reaktionen bei der Katastrophenhilfe, was die Auswirkungen politischer Institutionen auf die Bergungsarbeiten verdeutlicht.

Südamerika erlebte kürzlich zwei Erdbeben innerhalb von zwei Monaten. Die Katastrophenhilfe in Kolumbien und Venezuela offenbarte Unterschiede in der staatlichen Leistungsfähigkeit. Experten merken an, dass diese gegensätzlichen Reaktionen den Einfluss politischer Institutionen verdeutlichen.

Rasche Mobilisierung in Kolumbien

In Kolumbien sah sich Präsident Abelardo de la Espriella Tage nach seiner Amtseinführung mit einem Notfall konfrontiert. Er richtete innerhalb einer Stunde einen Kommandostand ein, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen. Laut Associated Press setzte die Regierung umgehend Bagger und Kräne ein, um nach Überlebenden zu suchen.

Die Reaktion verlief trotz eines Machtwechsels von der vorherigen Regierung reibungslos. Beamte lehnten die meisten ausländischen Rettungsteams ab, da sie das lokale Personal als ausreichend erachteten. Wie die Associated Press berichtet, stieß diese Entscheidung jedoch auf Kritik von Diplomaten, die die Hilfe koordinieren wollten.

Die Bergungsarbeiten stehen aufgrund des Geländes und der Kommunikationsausfälle vor Herausforderungen. Die Regierung meldet derzeit eine Zahl von mindestens 265 Todesopfern. Unterdessen schätzt eine Datenbank, dass Tausende von Personen in den betroffenen Regionen weiterhin vermisst werden.

Systemische Verzögerungen in Venezuela

Die Situation entwickelte sich nach den Erdbeben im Nachbarland Venezuela im Juni anders. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez wartete Stunden, bevor sie sich wegen der Katastrophe an die Nation wandte. Ein Bericht der Associated Press hebt hervor, dass sie sich auf ausländische Retter verließ, um Lücken in der Reaktion zu schließen.

Zivilisten in Venezuela verbrachten Wochen damit, die Trümmer ohne Ausrüstung von Hand zu durchsuchen. Die Zerstörung traf Wohnkomplexe, die während des Ölbooms gebaut worden waren. Interne Spaltungen innerhalb der Regierungspartei erschwerten die Verbreitung von Schadensberichten zusätzlich.

Der Umgang mit den Opferzahlen hat das Misstrauen in der venezolanischen Bevölkerung geschürt. Die Regierung aktualisiert ihre Todesopferzahlen wöchentlich und vermeidet es, Schätzungen für vermisste Personen abzugeben. Wie die Associated Press anmerkt, listet eine Oppositionsdatenbank Wochen später Tausende von Personen als vermisst auf.

Institutionen bestimmen die Überlebenschancen

Analysten führen diese Unterschiede auf die unterschiedliche Stärke der Systeme beider Länder zurück. Kolumbien profitiert von etablierten Protokollen und Ressourcen, die unabhängig vom jeweiligen Führer funktionieren. Umgekehrt weist die Associated Press darauf hin, dass Jahre des wirtschaftlichen Niedergangs Venezuelas Infrastruktur ausgehöhlt haben.

Der Zugang zu den Medien spielte auch eine Rolle dabei, wie die Bürger die jeweilige Krise erlebten. Kolumbianer erhielten von Beamten aktuelle Informationen über Opfer und Rettungsaktionen. Venezolaner hatten aufgrund der staatlichen Zensur von Nachrichtenmedien Schwierigkeiten, auf Sicherheitsinformationen zuzugreifen.

Diese institutionellen Gegensätze wirken sich letztendlich auf die Familien aus, die auf Neuigkeiten über ihre Angehörigen warten. Ein im Ausland lebender Venezolaner sah zu, wie Helfer Maschinen einsetzten, um seine in Kolumbien eingeschlossenen Verwandten zu finden. Trotz der vorbereiteten Reaktion bargen die Retter ihre Leichen erst, nachdem das Überlebensfenster geschlossen war.