Startseite Welt Während Kushner um Waffenruhe ringt: Trump tanzt auf Golfclub-Party

Während Kushner um Waffenruhe ringt: Trump tanzt auf Golfclub-Party

Während Kushner um Waffenruhe ringt: Trump tanzt auf Golfclub-Party
The White House, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Anblick eines feiernden Präsidenten traf einen wunden Punkt.

Wenn Millionen von Menschenleben am anderen Ende der Welt auf dem Spiel stehen, würde man von Spitzenpolitikern erwarten, dass sie in einem Krisenraum ans Telefon gefesselt sind.

Doch ein Wochenende in einem luxuriösen Golfclub bietet einen ganz anderen Zeitplan.

Wochenende im Club

Ein neues Video zeigt Präsident Donald Trump, wie er sich auf seinem Anwesen in Bedminster entspannt. Online-Aufnahmen, die von der Irish Star zitiert wurden, zeigten den Präsidenten, wie er ausgelassen zum Klassiker „YMCA“ tanzte.

Den Abend verbrachte er feiernd an der Seite seiner ältesten Tochter, Ivanka Trump. Alina Habba, eine Anwältin, die Gerüchten zufolge als Pressesprecherin des Weißen Hauses im Gespräch ist, gesellte sich ebenfalls zu der festlichen Menge.

Diese unbeschwerte Szene spielte sich genau in dem Moment ab, als der Schwiegersohn des Präsidenten eine massive diplomatische Mission im Ausland anging. Jared Kushner, der als amerikanischer Friedensgesandter fungiert, verbrachte seinen Sonntag in Ägypten, um mit Hamas-Führern zu verhandeln.

Verzweifeltes Ringen um Frieden

Das diplomatische Team versucht dringend, einen von Washington unterstützten 15-Punkte-Waffenstillstandsplan zu retten. Kushner und sein Kollege, der Gesandte Steve Witkoff, drängen auf einen Rahmen, der die Hamas zur Waffenübergabe und die israelischen Streitkräfte zum Abzug verpflichtet.

Im Anschluss an die Sonntagsgespräche soll Kushner am Montag den israelischen Premierminister treffen. Für die rund zwei Millionen Menschen, die im Gazastreifen leben, könnte die Lage kaum ernster sein.

Mehr als zehn Monate sind vergangen, seit die großen Militäroperationen offiziell pausierten, doch die humanitären Verluste bleiben erschütternd. Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtet, dass seit Ausbruch der Kämpfe Ende 2023 mindestens 73.386 Palästinenser ums Leben gekommen sind.

Stimmung kocht hoch in der Heimat

Zurück in den Vereinigten Staaten traf der Anblick eines feiernden Präsidenten einen wunden Punkt. Nutzer sozialer Medien stellten das Wochenende im wohlhabenden Country Club schnell den täglichen Schwierigkeiten gewöhnlicher Familien gegenüber.

Ein lautstarker Kritiker wies darauf hin, dass normale Bürger Mühe haben, sich grundlegende Lebensmittel und Treibstoff leisten zu können. „Schön, dass er und seine reichen Freunde sich amüsieren, während unser Militär einen weiteren sinnlosen Krieg im Nahen Osten führt“, schrieb der Nutzer online.

Diese öffentliche Wut folgt auf kontroverse Äußerungen, die Trump nur wenige Tage zuvor über das Militär gemacht hatte. Während einer kürzlichen Pressekonferenz wies er Bedenken hinsichtlich der zermürbenden Bedingungen an Bord der USS Abraham Lincoln beiläufig zurück und erklärte, dass der fast neunmonatige Einsatz des Schiffes „nicht annähernd lang genug“ sei.

Die erschöpfte Besatzung leidet laut Militärpublikationen wie der Navy Times und Stars and Stripes unter schweren psychischen Problemen. Die Bedingungen wurden so schlimm, dass kürzlich zwei Matrosen über Bord sprangen. Glücklicherweise konnten beide lebend gerettet werden.

Quellen: Irish Star, Gesundheitsministerium in Gaza, Navy Times, Stars and Stripes