Startseite Politik Hat Trump Nordkoreas Atomwaffenarsenal versehentlich enthüllt?

Hat Trump Nordkoreas Atomwaffenarsenal versehentlich enthüllt?

Kim Jong Un, Trump
The White House from Washington, DC, Public domain, via Wikimedia Commons

Als er einen asiatischen Diktator lobte, enthüllte Donald Trump gerade wichtige Informationen über dessen Militär. War es aber ein Versehen?

Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten nicht gerade mit dem Rasen des Weißen Hauses prahlt oder über Fahnenmasten spricht, äußert er sich manchmal zur Außenpolitik.

Diese Woche sorgten reduzierte Militärmanöver in Asien für erhebliches Aufsehen, da sie im Zusammenhang mit der Beziehung des Präsidenten zu einem berüchtigten Diktator standen.

Der Präsident hat nun weitere Informationen über diese Beziehung und die Art der Waffen, die das Land besitzt, preisgegeben.

Eine plötzliche Enthüllung

Donald Trump hat erneut für Stirnrunzeln gesorgt, indem er offen und wohlwollend über einen der berüchtigtsten Staatschefs der Welt sprach. Während eines Treffens im Weißen Haus am Mittwoch erörterte der Präsident seine persönliche Verbindung zum nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un und enthüllte dabei offenbar neue Schätzungen zu Nordkoreas militärischen Fähigkeiten.

Im Gespräch mit Reportern betonte Trump sein positives Verhältnis zu dem autoritären Führer. „Die Tatsache, dass ich mich mit ihm verstehe, ist eine gute Sache, keine schlechte Sache. Er besitzt 57 sehr mächtige Atomwaffen“, sagte Trump während der Veranstaltung.

Er kritisierte zudem frühere Führungen dafür, dass sie die Vergrößerung des Arsenals zugelassen hätten. „Man hätte es niemals zulassen dürfen. Sie hätten es niemals zulassen dürfen, wäre ich Präsident gewesen, hätte ich es nicht zugelassen. Aber er hat sie. Ich verstehe mich sehr gut mit ihm“, fügte er hinzu.

Reduzierung der Manöver

In einem am Sonntag auf Truth Social geteilten Beitrag kündigte Trump an, Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen zu haben, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea „erheblich zu reduzieren“. Er nannte die hohen Kosten der Übungen als Hauptgrund, bevor er einen weiteren Grund offenbarte: dass das Land sich geweigert habe, amerikanische Operationen im Iran zu unterstützen.

Diese Militärübungen sollen das Bündnis zwischen den beiden Ländern stärken und beide Streitkräfte auf potenzielle regionale Bedrohungen, wie das nordkoreanische Regime, vorbereiten.

Trump argumentierte, dass das Training die falsche Botschaft aussende. „Diese Übungen sind nicht nur kostspielig, wobei ein Großteil dieser Kosten von den Vereinigten Staaten von Amerika getragen wird (wie üblich!), sondern senden auch ein Signal, das völlig unangemessen und feindselig ist, an ein Land, das, solange Donald J. Trump Präsident war, ungefährlich und respektvoll war“, schrieb er.

Ist Trumps Behauptung zutreffend?

Ob diese genaue Zahl zutreffend ist, bleibt fraglich.

Die eigenen Militärgeheimdienste der Vereinigten Staaten schätzen, dass Nordkorea etwa 50 Atomsprengköpfe besitzt, während es über genügend Material für viele weitere verfügt.

Trumps Behauptung ist also nicht gänzlich korrekt, liegt aber im richtigen Bereich. Die von Trump preisgegebene Information ist nicht geheim, aber sie ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass er die Zahl nutzte, um den rücksichtslosen Diktator zu loben.