Startseite Politik Experten kritisieren Trumps Wahlbehauptungen zu Volkszählungsdaten

Experten kritisieren Trumps Wahlbehauptungen zu Volkszählungsdaten

Donald Trump Howard Lutnick
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Wahlexperten und Vertreter der Bundesstaaten stellen infrage, wie Behördenregister zur Bewertung der Wahlbeteiligung bei der Wahl 2020 herangezogen wurden. Die Auseinandersetzung kommt im Vorfeld der US-Zwischenwahlen in diesem Herbst auf.

Eine Analyse des Census Bureau, die von Präsident Donald Trump hervorgehoben wurde, stößt bei Wahlexperten auf Kritik. Sie bezweifeln, dass sich mit der verwendeten Methodik eine illegale Stimmabgabe nachweisen lässt.

Die Behörde erklärte, ihre erste Überprüfung habe mehr als 128 Millionen Wählerdatensätze umfasst. Dabei sei mit „hoher Sicherheit“ festgestellt worden, dass sich mehr als 24.000 davon auf Personen bezogen, die zum Zeitpunkt der Wahl 2020 keine US-Staatsbürger waren. Mehr als 32 Millionen Datensätze mussten noch ausgewertet werden.

Trump hat diese Zahl als Beleg dafür dargestellt, dass mehr als 24.000 Personen ohne US-Staatsbürgerschaft illegal gewählt hätten. Von NPR befragte Experten bezweifelten, dass Wählerverzeichnisse und Bundesdaten zur Staatsbürgerschaft zuverlässig genug miteinander abgeglichen werden können, um diese Schlussfolgerung zu stützen.

Experten prüfen den Datenabgleich

David Becker, Geschäftsführer des Center for Election Innovation and Research, sagte gegenüber NPR: „Diese Analyse ist lächerlich. Volkszählungsdaten lassen sich nicht zuverlässig mit Wählerdaten abgleichen.“

Michael Morse, Assistenzprofessor an der juristischen Fakultät der University of Pennsylvania und Forscher im Bereich der Wählerregistrierung, sagte dem Sender, dass unvollständige Angaben zu Einbürgerungen, veraltete Datensätze und fehlende eindeutige Identifikatoren zu fehlerhaften Verknüpfungen zwischen Datenbanken führen könnten.

Georgias Secretary of State Brad Raffensperger hat das Census Bureau um Informationen gebeten, die dessen Schätzung stützen, wonach 2020 in Georgia 400 Personen ohne US-Staatsbürgerschaft ihre Stimme abgegeben hätten. Bei einer Überprüfung des Bundesstaates aus dem Jahr 2024 wurden unter 8,2 Millionen registrierten Wählern 20 Personen ohne US-Staatsbürgerschaft identifiziert. Bei neun von ihnen wurde festgestellt, dass sie zuvor gewählt hatten, berichtete NPR.

Auch die Urheberschaft des Berichts gerät in den Fokus

Auch Vertreter Nevadas haben das Fehlen entsprechender Belege kritisiert. Secretary of State Francisco Aguilar erklärte, Behauptungen der Bundesregierung über die Stimmabgabe von Personen ohne US-Staatsbürgerschaft seien veröffentlicht worden, ohne öffentlich darzulegen, wie die Zahlen zustande gekommen seien.

NPR berichtete außerdem, dass reguläre Mitarbeiter des Census Bureau die Analyse nicht durchgeführt hätten und Personen mit Verbindungen zum Trump-nahen America First Policy Institute an der Arbeit beteiligt gewesen seien. Das Census Bureau, das Weiße Haus und das Institut reagierten nicht auf Anfragen von NPR nach einer Stellungnahme.

Amy O’Hara, ehemalige Leiterin des Center for Administrative Records Research and Applications beim Census Bureau, sagte gegenüber NPR, dass Unregelmäßigkeiten nicht automatisch als Beleg für Fehlverhalten gewertet werden sollten. Sie wies darauf hin, dass „diese Auffälligkeiten nicht zwangsläufig Betrug sind“.

Quellen: NPR; U.S. Census Bureau