Extreme Sommertemperaturen setzen Wohnungen unter Druck, die für milderes Wetter ausgelegt sind. Regierungen prüfen, wie Gebäude, Haushaltsbudgets und Kühlsysteme angepasst werden können, wenn lang anhaltende Hitze gefährlich wird.
Eine Umfrage von YouGov, über die The Guardian berichtete, ergab nach mehreren Phasen extremer Sommerhitze eine breite Unterstützung für einen leichteren Zugang zu Klimaanlagen in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich.
Zwischen 30 und 52 Prozent der Befragten gaben an, dass Temperaturen nahe oder über 40 °C sie um die Gesundheit ihrer Haushaltsmitglieder fürchten ließen. Probleme, die Wohnung kühl zu halten, waren besonders in Deutschland und Frankreich verbreitet, während Befragte in Spanien seltener davon berichteten.
In allen sechs Ländern sprach sich eine Mehrheit dafür aus, Klimaanlagen in Neubauten standardmäßig einzubauen. Auch einfachere Vorschriften für die Installation solcher Systeme fanden breite Zustimmung, ebenso wie gezielte Zuschüsse für Wohneigentümer.
Die Umfrage deutet jedoch darauf hin, dass mechanische Kühlung nur einen Teil dessen ausmacht, was die Menschen von politischen Maßnahmen gegen extreme Hitze erwarten. Dämmung, außenliegende Fensterläden und reflektierende Dächer gehörten zu den baulichen Maßnahmen, die Regierungen nach Ansicht der Befragten in Betracht ziehen sollten. Auch passive Maßnahmen erhielten großen Zuspruch, als die Befragten gefragt wurden, worauf sich die Politik konzentrieren sollte.
Kosten beeinflussen die Wahl der Kühlung
Laut den von The Guardian veröffentlichten Ergebnissen von YouGov schien der Besitz einer Klimaanlage nicht mit einer geringeren Sorge über den Klimawandel einherzugehen. Die Ablehnung der Technologie selbst war in den meisten untersuchten Ländern relativ gering, auch wenn der Widerstand in Frankreich stärker ausgeprägt war.
Als die Befragten zwischen der Förderung von Klimaanlagen zur Verringerung der Folgen von Hitzewellen und einer stärkeren Priorisierung niedrigerer Kohlendioxidemissionen wählen sollten, erhielt die Kühlung in fünf Ländern mehr Unterstützung. Italien bildete die Ausnahme.
Klimaanlagen waren in Italien und Spanien deutlich weiter verbreitet als in Deutschland, Polen und dem Vereinigten Königreich. Der Unterschied zu den USA ist beträchtlich: The Guardian berichtete, dass dort 93 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer zentralen oder mobilen Klimaanlage haben.
Für Menschen ohne Klimaanlage blieb der Preis ein großes Hindernis und wog im Allgemeinen schwerer als Umweltbedenken. Auch die Betriebskosten konnten die Haushaltsfinanzen zusätzlich belasten. Einige Besitzer in Frankreich, Italien und Spanien berichteten, dass die Stromkosten beeinflussten, wie uneingeschränkt sie ihre Klimaanlage nutzen konnten oder wie viel Geld ihnen für andere Ausgaben blieb. Menschen mit Klimaanlage gaben dennoch deutlich häufiger an, dass ihre Wohnungen während der jüngsten Hitzewellen angenehm temperiert blieben.
Quelle: The Guardian/YouGov.