Er verließ im April sein Zuhause und wurde angeblich in der ersten Junihälfte getötet.
Zum ersten Mal im mehr als vier Jahre andauernden Krieg in der Ukraine wurde ein britischer Staatsbürger, der für Russland kämpfte, als tot bestätigt, berichtet The Kyiv Independent.
Bradley Townsend verließ im April sein Zuhause in Barnsley und erzählte seinen Verwandten, er sei auf dem Weg nach Rumänien. Stattdessen reiste der 33-jährige ehemalige Fischer direkt nach Moskau.
LBC berichtete, dass Townsend online Kontakt zu pro-russischen britischen Kämpfern aufgenommen habe, die ihn auf seinem Weg an die Front unterstützten. Er verfügte über keine vorherige militärische Ausbildung.
Kurz nach seiner Ankunft unterzeichnete er einen Vertrag, um mit russischen Militärkräften in der Ostukraine zu kämpfen. Er stellte diesen Schritt als persönlichen Versuch dar, eine historische Arbeitsschuld zu begleichen.
„Ich kam mit der Vorstellung, dass ich wahrscheinlich nicht nach Hause zurückkehren könnte“, sagte Townsend in einem Telegram-Video, wie die Yorkshire Post berichtete. „Ich bin nicht für eine Selbstmordmission hier, aber ich verstehe, dass das passieren kann. Dies war meine eigene Entscheidung, ich wurde zu nichts gedrängt.“
Tödlicher Drohnenangriff
Nur zehn Wochen nach seiner Abreise aus Großbritannien starb Townsend am 10. Juni in der Nähe der Stadt Lyman in Donezk während einer Offensive. Eine ferngesteuerte FPV-Drohne tötete ihn auf dem Schlachtfeld.
Pro-russische Social-Media-Konten priesen ihn als gefallenen Krieger. Zurück in England äußerten ehemalige Klassenkameraden Schock und beschrieben ihn als einen verletzlichen Mann, der einer Gehirnwäsche unterzogen und indoktriniert worden sei.
Das britische Außenministerium bestätigte, dass es mit seiner Familie in Kontakt stehe. Britische Beamte sprachen eindringliche Warnungen vor dem Beitritt von Bürgern zu feindlichen Kräften aus.
Der konservative Abgeordnete Tom Tugendhat erklärte gegenüber LBC, dass der Beitritt zur russischen Armee „eine unglaublich dumme Sache sei“. Verteidigungsminister Luke Pollard fügte hinzu, dass jeder, der für Russland kämpfe, gegen britische nationale Interessen verstoße und bei seiner Rückkehr mit Konsequenzen rechnen müsse.
Eine einzigartige Tragödie
Während mehrere britische Staatsbürger bei der Verteidigung des ukrainischen Territoriums ums Leben gekommen sind, ist Townsend der erste britische Staatsbürger, der seit 2014 bekanntermaßen auf russischer Seite gekämpft hat und dabei ums Leben gekommen ist.
Ein Kamerad soll Townsends Schiebermütze Berichten zufolge nach South Yorkshire zurückgebracht haben, um sie auf dem Ilkley Moor zu platzieren.