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Donald Trump erhöht den Druck auf Iran – doch China bleibt hart

Iran China flag strait of hormuz oil tanker Donald Trump
Joey Sussman / Shutterstock.com / KI-generiert

Washington weitet seine Kampagne gegen Teheran über Iran selbst hinaus aus und nimmt ausländische Unternehmen und Finanzinstitute stärker ins Visier. Pekings Reaktion könnte zu einer der folgenreichsten Bewährungsproben für den neuen Ansatz werden.

Peking widersetzt sich Washingtons Versuch, Iran wirtschaftlich noch stärker zu isolieren. Damit steht eine US-Strategie, die in hohem Maße auf die Zusammenarbeit mit Teherans wichtigsten Handelspartnern angewiesen ist, unmittelbar vor einer Herausforderung.

China kaufte im vergangenen Jahr schätzungsweise 80 Prozent des von Iran exportierten Öls, wie The Guardian berichtet. Damit spielt Peking eine zentrale Rolle bei jedem Versuch, die Einnahmen zu verringern, die Teheran aus Verkäufen ins Ausland erzielt. Chinesische Regierungsvertreter haben sich gegen einseitige Sanktionen ausgesprochen und erklärt, das Land werde Maßnahmen zum Schutz seiner Interessen ergreifen.

Der Streit folgt auf die Ankündigung der Operation Economic Outcast durch US-Finanzminister Scott Bessent. Associated Press berichtete, Washington habe zudem Maßnahmen gegen fast 60 mit Iran in Verbindung stehende Personen, Unternehmen und Schiffe verhängt und zugleich Regierungen und Finanzinstitute davor gewarnt, bestimmte Geschäftsbeziehungen mit Teheran aufrechtzuerhalten.

Die angedrohten Sekundärsanktionen könnten ausländische Unternehmen oder Banken treffen, die weiterhin verbotene Geschäfte mit Iran tätigen. Eine mögliche Folge wäre ein eingeschränkter Zugang zum dollarbasierten Finanzsystem – ein besonders erhebliches Risiko für Institute mit umfangreichem internationalem Geschäft.

Bessent hat keine einheitliche öffentliche Frist genannt, innerhalb derer Länder ihr Verhalten ändern müssen. Auf die Frage nach der Reichweite der Kampagne sagte er: „Niemand befindet sich außerhalb der Reichweite von US-Sanktionen.“

China wirft Fragen zur Durchsetzung der Sanktionen auf

Die Anwendung dieses Grundsatzes auf China hätte weitaus größere wirtschaftliche Folgen als Maßnahmen gegen kleinere Handelspartner. Washington muss daher entscheiden, wie konsequent es gegen chinesische Institutionen vorgehen will, während es zugleich umfassendere Handelsbeziehungen mit Peking aufrechterhält.

Julian Borger, leitender Auslandskorrespondent bei The Guardian, bezeichnete die Sanktionskampagne als eine Verlagerung des Schwerpunkts, nachdem die militärischen Maßnahmen nicht alle von der Trump-Regierung angestrebten Ergebnisse gebracht hatten. Zu einer möglichen Eskalation mit Peking sagte er: „Es ist schwer vorherzusagen, wie weit Trump in irgendeine Richtung gehen wird.“

Iran hat nach Angaben von The Guardian mit Trotz reagiert und davor gewarnt, dass Länder, die sich an den US-Maßnahmen beteiligen, mit Vergeltungsmaßnahmen rechnen könnten. Teheran kämpft zudem mit Inflation, Arbeitslosigkeit und einer geschwächten Währung – nach Jahren internationaler Beschränkungen und infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts.

Für Washington lautet die unmittelbare Frage daher nicht nur, wie viel zusätzlicher Druck auf Iran ausgeübt werden kann, sondern auch, ob große Volkswirtschaften zur Zusammenarbeit bereit sind, wenn die Durchsetzung der Sanktionen zugleich ihre eigenen Banken, Unternehmen und ihre Energieversorgung beeinträchtigen könnte.

Quellen: The Guardian, Associated Press, U.S. Department of the Treasury