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Ukraine weist Berichte über eine Mobilisierung von Frauen zurück

Woman soldier. Woman in army. Ukrainian flag on military uniform. Ukraine troops.
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Die Behörden bemühen sich, öffentliche Äußerungen von der aktuellen Verteidigungspolitik zu trennen. Die jüngste Klarstellung erfolgt vor dem Hintergrund einer anhaltenden Debatte darüber, wie sich militärische Verpflichtungen im Verlauf eines langwierigen Krieges verändern könnten.

Ein ukrainischer Parlamentsausschuss erklärte am 25. August, es gebe keine Pläne zur Mobilisierung von Frauen und es werde auch keine entsprechende Gesetzgebung vorbereitet.

Der Ausschuss der Werchowna Rada für nationale Sicherheit, Verteidigung und Nachrichtendienste erklärte, es gebe weder einschlägige Gesetzentwürfe noch Gesetzesinitiativen oder interne Beratungen. Frauen würden sich den Verteidigungskräften der Ukraine weiterhin ausschließlich freiwillig anschließen, berichtet The New Voice of Ukraine.

„Die Mobilisierung von Frauen in der Ukraine wird weder durchgeführt noch vorbereitet oder erwogen“, erklärte der Ausschuss. „Frauen schließen sich den Verteidigungskräften ausschließlich auf freiwilliger Basis an.“

Der Ausschuss erklärte, Äußerungen einzelner Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dürften nicht mit Gesetzesvorhaben oder einer abgestimmten Position des Parlaments verwechselt werden. Zudem rief er die Ukrainer dazu auf, offizielle Informationen zu prüfen, bevor sie Schlussfolgerungen über Änderungen der Mobilisierungsregeln ziehen.

Ehemalige Amtsträger plädieren für eine umfassendere Dienstpflicht

Das Thema rückte erneut in den Fokus, nachdem der frühere ukrainische Verteidigungsminister Oleksii Reznikov in einem Interview mit RFE/RL vom 20. August über die Zukunft militärischer Verpflichtungen gesprochen hatte.

Reznikov argumentierte, die Ukraine solle langfristig ein System in Betracht ziehen, in dem die militärische Dienstpflicht unabhängig vom Geschlecht gilt. Dabei verwies er unter anderem auf Israel und andere Länder mit umfassenderen Dienstpflichten und erläuterte, wie Staaten, die anhaltenden Sicherheitsbedrohungen ausgesetzt sind, ihre nationale Verteidigung organisieren.

Auch Keith Kellogg, ehemaliger US-Sondergesandter für die Ukraine, sprach sich laut The New Voice of Ukraine für die Mobilisierung von Frauen aus. Seine Haltung befeuerte die öffentliche Debatte, spiegelte jedoch weder eine Änderung des ukrainischen Rechts noch eine angekündigte parlamentarische Initiative wider.

Mit seiner Erklärung vom 25. August wollte der Ausschuss diese Unterscheidung klarstellen und dem Eindruck entgegenwirken, eine verpflichtende Mobilisierung von Frauen werde bereits aktiv erwogen.

Behörden warnen vor Informationsmanipulation

Andriy Kovalenko, Leiter des Ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, erklärte, Russland nutze die Kontroverse, um irreführende Narrative über die ukrainische Mobilisierungspolitik zu verbreiten.

„Die Russen zehren derzeit von diesem Thema, dank einiger unserer merkwürdigen Experten, die beschlossen haben, über etwas zu sprechen, das nicht geschieht und nicht geschehen wird“, sagte er laut The New Voice of Ukraine.

Kovalenkos Äußerungen spiegelten eine allgemeinere Sorge ukrainischer Behördenvertreter wider, dass Spekulationen über militärische Vorschriften in Kriegszeiten schnell an Reichweite gewinnen können, insbesondere wenn Aussagen ehemaliger Amtsträger als aktuelle Regierungspolitik dargestellt werden.

Frauen dienen bereits in beträchtlicher Zahl in den Streitkräften der Ukraine. Der damalige Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi erklärte im März, rund 75.000 Frauen dienten in der Armee, darunter mehr als 55.000 aktive Militärangehörige.

„Ihre Zahl wächst jedes Jahr“, sagte er.

Auch über weitere Änderungen am umfassenderen ukrainischen Mobilisierungssystem wurde diskutiert. Roman Kostenko, Sekretär des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit, erklärte am 23. August, dass weitreichende Reformen vorbereitet würden, darunter mögliche Anpassungen beim Mobilisierungsalter.

Quellen: RFE/RL; The New Voice of Ukraine