Diesmal richtet sie sich nicht gegen die Ukraine oder den Westen.
Territorialstreitigkeiten zwischen Nachbarn ziehen sich oft über Jahrzehnte hin. Doch die jüngste Auseinandersetzung zwischen Moskau und Tokio hat sich weit über routinemäßige diplomatische Beschwerden hinaus zugespitzt.
Der russische Politiker Wjatscheslaw Wolodin richtete am Dienstag eine scharfe Warnung an Japan wegen vier umstrittener Inseln. In Moskau warnte der Sprecher der Staatsduma Tokio davor, seine territorialen Ansprüche geltend zu machen.
Wolodin erinnerte an die Kriegsgeschichte, bevor er eindringlich auf die militärischen Fähigkeiten Russlands hinwies.
„Sie sollen sich an die Zeiten erinnern, als das militaristische Japan Millionen von Zivilisten tötete. Jetzt versuchen sie, zu derselben Rhetorik zurückzukehren. Das sollten sie nicht. Eine Atommacht wie Russland kann nicht besiegt werden“, sagte er laut United24 Media.
Die hitzige Rhetorik folgt auf Wochen zunehmender Spannungen zwischen den beiden Nationen. Sie zeigt, wie fragil der Frieden in der Region bleibt.
Umstrittene Inselkette
Der Streit dreht sich um vier südliche Inseln, die in Russland als Kurilen und in Japan als Nördliche Territorien bekannt sind. Sowjetische Truppen besetzten die Inselkette 1945 am Ende des Zweiten Weltkriegs.
Aufgrund dieses ungelösten Landstreits hat keine der beiden Nationen einen formellen Nachkriegsfriedensvertrag unterzeichnet. Der Status der Inseln bleibt ein zutiefst sensibles Thema für die Bürger beider Seiten.
Die Spannungen spitzten sich Anfang des Monats zu, als der russische Staatschef Wladimir Putin nach Iturup reiste. Der Besuch am 13. August war seine erste Reise zu der Inselkette während seiner Amtszeit.

Tokio wehrt sich
Die Reise löste in Tokio sofort Empörung aus. Japanische Regierungsvertreter werteten den Schritt als bewusste Provokation.
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi verurteilte den Besuch umgehend und bekräftigte den Anspruch ihres Landes auf das Territorium. Sie bezeichnete die Reise des russischen Staatschefs auf die Insel als „absolut inakzeptabel“.
Da beide Seiten auf ihren Positionen beharren, scheint der Weg zu einem dauerhaften Friedensvertrag weiter entfernt denn je. Keine der beiden Regierungen scheint bereit zu sein, nachzugeben.