Das US-Außenministerium startet eine 11-Millionen-Dollar-Initiative zur Bekämpfung chinesischer Propaganda, indem es Content-Creator in Südostasien mit jeweils 2.500 Dollar dafür bezahlt, Inhalte zu verbreiten, die mit der US-Außenpolitik übereinstimmen.
Das hochkarätige Dokumentenleck sollte eigentlich illegale inländische Zensur in einer geschlossenen Abteilung des US-Außenministeriums aufdecken.
Konservative Kritiker behaupteten seit Langem, dass Mitarbeiter unter dem Vorwand der Propagandabekämpfung heimlich US-Bürger ins Visier genommen hätten.
Ehemalige Behördenleiter weisen diese Behauptungen energisch zurück.
Sie betonen, dass sich die Einheit ausschließlich auf ausländische Operationen aus Staaten wie Russland, China und dem Iran konzentriert habe.
„Wenn der entscheidende Beweis ein Bericht über geschlechtsspezifische Desinformation war, wirkt das so, als hätten sie ihr Ziel verfehlt“, sagte die ehemalige kommissarische stellvertretende Koordinatorin Carrie Goux gegenüber dem Guardian. „Es scheint hier absolut nichts vorzuliegen.“
Kauf von Einfluss
Der Kongress strich 2024 die Mittel für das ursprüngliche Zentrum, was im folgenden Jahr zu dessen vollständiger Schließung führte.
Dennoch zeigen interne Entwurfsdokumente, dass das Außenministerium aktiv eine neue Kampagne aufbaut, um chinesischer Propaganda in ganz Südostasien entgegenzuwirken.
Die neue 11-Millionen-Dollar-Strategie des Außenministeriums zielt darauf ab, die regionalen Narrative zu verändern, indem lokale Online-Stimmen finanziert werden.
Einzelne Content-Creator in Südostasien sollen jeweils 2.500 Dollar erhalten, um Inhalte zu veröffentlichen, die mit den außenpolitischen Interessen der USA übereinstimmen.
Das Programm finanziert auch Creator-Workshops und Studio-Reisen direkt in die Vereinigten Staaten. Ehemalige Beamte warnen, dass die Auslagerung dieser diplomatischen Arbeit an private Auftragnehmer für die Steuerzahler nicht nur teurer ist, sondern auch die Glaubwürdigkeit der USA im Ausland untergräbt.
„Die USA haben ihren Platz am Verhandlungstisch verloren“, warnte Goux und wies darauf hin, dass die öffentliche Glaubwürdigkeit dabei rasch schwindet, so der Guardian.
Ein Widerspruch im Herzen der Strategie
Dieser Wandel legt einen deutlichen Widerspruch in Washingtons Außenpolitik offen.
Während konservativer Druck das Global Engagement Center aus Sorge vor Zensur erfolgreich beseitigte, baut das Außenministerium nun stillschweigend genau dieselben Kapazitäten unter neuer Leitung wieder auf.
Wie ehemalige Beamte betonen, hat die Regierung die Mission nicht aufgegeben – sie hat sie lediglich hinter verschlossene Türen verlegt und zahlt privaten Auftragnehmern wahrscheinlich mehr Geld für weniger Kontrolle, so der Guardian.