Ein koordinierter Angriff mit falschen Bombendrohungen hat Russland in Alarmbereitschaft versetzt und landesweit Notfallprotokolle erzwungen.
Der 1. September markiert in ganz Russland den traditionellen „Tag des Wissens“, einen wichtigen Feiertag, der den Beginn des neuen akademischen Jahres einläutet.
Routinemäßig kommen Kinder mit Blumen für ihre Lehrer, während Eltern sich zu feierlichen Reden versammeln.
Diese festliche Stimmung wurde jäh zerstört, als am Dienstag eine Welle falscher Bombendrohungen lokale Gemeinden traf. Rettungskräfte mussten Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser räumen.
Traditionelle Feierlichkeiten gestört
Auf Telegram schrieb der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drozdenko, und bestätigte, dass „ein Dutzend“ Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser direkt auf Drohungen reagierten. Er betonte, dass die Beamten keine Risiken für die öffentliche Sicherheit eingehen könnten.
„Wir können diese Drohungen nicht ignorieren, auch wenn wir das Ziel des Feindes verstehen, … den Feiertag für Kinder und Erwachsene zu ruinieren“, erklärte Drozdenko und spielte dabei offenbar auf die Ukraine an.
Die Panik breitete sich bald auf andere Orte aus. Die Polizei von St. Petersburg und der Region Leningrad teilte dem Nachrichtenportal Fontanka mit, dass „mehr als 100 Einrichtungen“ am selben Tag falsche Bombendrohungen erhalten hätten.
Ausbreitung über Regionen hinweg
In Moskau waren auch kulturelle Wahrzeichen von dem offenbar koordinierten Angriff betroffen. Mindestens vier bedeutende Stätten, darunter das Puschkin-Museum der Schönen Künste, evakuierten abrupt Besucher oder schlossen, wie das Personal es nannte, aus „technischen Gründen“.
Bald darauf verbreiteten sich die Drohungen und die Panik wie ein Lauffeuer in ganz Russland. In einem Regierungsgebäude in der fernöstlichen Region Transbaikalien (Sabajkalski) wurden Evakuierungen durchgeführt, während mehrere Krankenhäuser in Tatarstan Patienten und Personal an einen anderen Ort verlegten.
Ähnliche Falschmeldungen gab es auch an Orten im Ural, im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen, in der Region Orenburg und in der Region Krasnojarsk.
Jahrelange Störungen
Dieser plötzliche Anstieg der Drohungen ist Teil eines wiederkehrenden Musters, das das öffentliche Leben in Russland beeinträchtigt. Städte sind immer wieder Wellen von Falschmeldungen ausgesetzt, die darauf abzielen, das tägliche Leben zu stören und russischen Bürgern Angst einzujagen.
Der Kreml bezeichnet diese Massen-Falschmeldungen seit Langem als „Telefonterror“. Solche Operationen treffen routinemäßig öffentliche Räume, um Chaos auszulösen.
Diese störenden Taktiken sind nichts Neues. Sie plagen russische Gemeinden, seit die großangelegte Invasion der Ukraine im Jahr 2022 begann.