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Willst du schneller laufen? Die Forschung zeigt, dass du wahrscheinlich zuerst langsamer laufen musst

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Es erfordert Geduld, aber es lohnt sich, wenn Sie mit einer neuen persönlichen Bestzeit über die Ziellinie sprinten.

Wenn Sie schneller laufen möchten, ist Ihr natürlicher Instinkt wahrscheinlich, härter zu trainieren. Doch sich bei jeder Trainingseinheit bis ans absolute Limit zu pushen, führt oft zu Übertraining, Verletzungen oder stagnierenden Wettkampfzeiten.

Das wahre Geheimnis, um Ihre persönliche Bestzeit (PB) zu unterbieten, mag völlig kontraintuitiv klingen: Sie müssen langsamer werden.

Willkommen beim Zone-2-Training – dem Ansatz mit geringer Intensität und hohem Nutzen, der von Weltklasse-Marathonläufern und Elite-Ausdauersportlern angewendet wird.

Was ist Zone-2-Laufen?

Zone 2 ist eine Herzfrequenzzone mit geringer Intensität, die typischerweise zwischen 60 % und 70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz liegt. Bei diesem Anstrengungsgrad ist Ihre Atmung leicht, kontrolliert und rhythmisch.

Sie sollten den „Sprechtest“ problemlos bestehen, was bedeutet, dass Sie sich bequem unterhalten können, ohne nach Luft zu ringen.

Auch wenn es sich unnatürlich langsam anfühlen mag – oder Sie sogar dazu verleitet, gelegentlich Gehpausen einzulegen – löst es eine Reihe biologischer Anpassungen aus, die hochintensives Training einfach nicht erreichen kann.

Die Wissenschaft dahinter: Warum langsamer zu laufen Sie schneller macht

Laut sportwissenschaftlicher Forschung, einschließlich wegweisender Studien zum Zellstoffwechsel unter der Leitung von Dr. Iñigo San-Millán, verbessert Training mit geringer Intensität die Leistung direkt auf zellulärer Ebene.

  • Mitochondrienwachstum: Zone 2 zielt primär auf langsam zuckende Muskelfasern ab und stimuliert die Bildung und das Wachstum von Mitochondrien – den zellulären „Kraftwerken“, die Sauerstoff in Energie umwandeln. Mehr Mitochondrien bedeuten mehr nachhaltige Energie für lange Distanzen.

  • Verbesserte Fettverbrennung (Glykogen-Schonung): Laufen mit geringer Intensität trainiert Ihren Körper, Fett zur Energiegewinnung zu oxidieren, anstatt sich ausschließlich auf gespeicherte Kohlenhydrate (Glykogen) zu verlassen. Indem Sie Ihre Glykogenspeicher frühzeitig schonen, verhindern Sie, spät im Rennen „gegen die Wand zu laufen“ (einen Einbruch zu erleiden), und haben so genug Energie, um über die Ziellinie zu einer neuen PB zu sprinten.

  • Überlegener Laktatabbau: Training in Zone 2 verbessert die Fähigkeit Ihrer Muskeln, Laktat abzubauen. Wenn Sie am Wettkampftag schließlich beschleunigen, recycelt Ihr Körper dieses Laktat effizient, anstatt es sich ansammeln und Muskelermüdung verursachen zu lassen.

Wie Zone 2 zu einer neuen persönlichen Bestzeit verhilft

Elite-Ausdauerläufer befolgen die 80/20-Regel: Etwa 80 % ihres gesamten wöchentlichen Trainingsumfangs wird in einem komfortablen Zone-2-Tempo absolviert, während nur 20 % aus harten Intervall- oder Tempoeinheiten bestehen.

Indem Sie Ihre Anstrengung bei den meisten Läufen begrenzen, reduzieren Sie körperliche Ermüdung und Verletzungsrisiken radikal. Dieses stressarme Volumen stärkt Ihr Herz, erweitert die Kapillarnetze und baut eine immense aerobe Basis auf.

Wenn der Wettkampftag kommt, pumpt Ihr Herz mehr Blut pro Schlag, Ihre Muskeln erhalten mehr Sauerstoff, und Sie können ein deutlich schnelleres Tempo zu weitaus geringeren physiologischen Kosten halten.

So fangen Sie an

  1. Berechnen Sie Ihre Zone: Verwenden Sie einen Brustgurt-Herzfrequenzmesser, um zwischen 60 und 70 % Ihrer maximalen Herzfrequenz zu bleiben (oder probieren Sie Dr. Phil Maffetones einfache Formel: 180 minus Ihr Alter).

  2. Überwinden Sie Ihr Ego: Seien Sie darauf vorbereitet, langsamer zu laufen, als Sie es für richtig halten.

  3. Seien Sie geduldig: Es kann 8 bis 12 Wochen konsequenten Zone-2-Laufens dauern, bis die metabolischen Anpassungen einsetzen, doch sobald dies geschieht, werden Ihre Wettkampfergebnisse für sich sprechen.