Startseite Politik Die tödliche Politik, die das soziale Vertrauen weltweit zerstört

Die tödliche Politik, die das soziale Vertrauen weltweit zerstört

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Wenn Gesellschaften versuchen, tief verwurzelte Spaltungen zu beheben, suchen sie oft an den falschen Stellen. Die Art und Weise, wie Regierungen Unterstützung verteilen und ihre Institutionen führen, prägt im Laufe der Zeit stillschweigend, ob Bürger einander mit Vertrauen oder Misstrauen begegnen.

Soziales Vertrauen entsteht nicht einfach, wenn Menschen lokalen Vereinen beitreten oder sich ehrenamtlich an Gemeinschaftsprojekten beteiligen. Forschung zeigt, dass die eigentliche Grundlage darin liegt, wie gleichmäßig eine Gesellschaft ihren Wohlstand und ihre wirtschaftlichen Chancen verteilt.

Wenn sich wirtschaftliche Ungleichheit stark ausbreitet, bricht der soziale Zusammenhalt schnell zusammen. Die Menschen beginnen zu spüren, dass das Spiel gegen sie manipuliert ist, wodurch Vertrauen in Fremde wie ein unnötiges Risiko erscheint.

Länder mit einem hohen Maß an wirtschaftlicher Gerechtigkeit, wie die nordischen Staaten, führen regelmäßig die globalen Vertrauensrankings an. Ihre Systeme senden ein starkes Signal, dass alle ein gemeinsames Schicksal teilen.

Die Wohlfahrtsfalle

Gezielte Leistungen, die ausschließlich für Arme konzipiert sind, gehen oft nach hinten los, indem sie tiefe soziale Spaltungen hervorrufen. Diese bedürftigkeitsgeprüften Programme schaffen belastende bürokratische Hürden und geben den Empfängern das Gefühl, ausgegrenzt oder herabgewürdigt zu werden. Anstatt eine helfende Hand zu reichen, unterwirft der Prozess die Bürger aufdringlichen Bewertungen, die Misstrauen seitens ihrer eigenen Regierung signalisieren.

Forschungsergebnisse besagen, dass Menschen, die in den Vereinigten Staaten gezielte Sozialleistungen erhielten, mit einer um neun Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit anderen vertrauten als diejenigen, die breite öffentliche Unterstützung erhielten. Wenn Leistungen den Nachweis von Not erfordern, fühlen sich Antragsteller oft wie Verdächtige statt wie gleichberechtigte Bürger behandelt.

Universelle Programme, wie kostenlose Hochschulbildung oder Gesundheitsversorgung, die allen Bürgern offenstehen, schaffen stattdessen Solidarität. Da jeder einzahlt und jeder davon profitiert, bleiben Wähler der Mittelschicht langfristig engagiert, das System zu unterstützen. Die Ausweitung des Zugangs über alle Einkommensschichten hinweg verwandelt die öffentliche Wohlfahrt in ein gemeinsames Recht statt in eine Quelle des Grolls.

Den Kreislauf durchbrechen

Korrupte Regierungen verschlimmern die Lage, indem sie Vermögen von der Öffentlichkeit in private Hände verschieben. Wenn Bürger glauben, dass Erfolg Bestechung oder besondere Verbindungen erfordert, werden die Forderungen nach radikaler Umverteilung lauter, doch das Vertrauen in öffentliche Institutionen sinkt noch weiter.

Diese Dynamik lässt Gesellschaften mit geringem Vertrauen in einem Teufelskreis gefangen. Sie benötigen dringend universelle Politiken zur Verringerung der Ungleichheit, aber es fehlt ihnen an dem sozialen Vertrauen und der sauberen Regierungsführung, die für deren Einführung erforderlich sind.

Dem Kreislauf zu entkommen, erfordert ein langfristiges Engagement für faire Institutionen. Die Ausweitung des breiten Bildungszugangs und die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen bleiben die zuverlässigsten Wege, um dauerhaftes Vertrauen unter den Bürgern wiederherzustellen.

Quelle: Bo Rothstein & Eric M. Uslaner – All For All: Equality, Corruption and Social Trust