Während die USA auf der UN-Liste weiter abrutschen, beansprucht Dänemark den Spitzenplatz.
Die demokratischen Fundamente bröckeln weltweit schneller als erwartet.
Laut einem wegweisenden Bericht von International IDEA, einem internationalen Institut der Vereinten Nationen, befindet sich der globale Zustand der Demokratie auf einem Allzeittief.
Die jährliche Studie mit dem Titel „Democracy in a Time of Conflict“ (Demokratie in Zeiten des Konflikts) hebt einen stetigen globalen Verfall der Rechtsstaatlichkeit hervor. Dänemark führt die globalen Ranglisten für demokratische Gesundheit an. Doch während die nordischen Länder stabil bleiben, verlieren mehrere große westliche Mächte rapide an Boden.
Die USA fallen weiter zurück
Nirgendwo ist dieser Rückgang dramatischer als in den Vereinigten Staaten. Zentrale demokratische Säulen, darunter die Pressefreiheit und unabhängige Gerichte, sind auf ihren niedrigsten Stand seit fünf Jahrzehnten gefallen.
In der Kategorie „Rechte“ sind die Vereinigten Staaten um 15 Plätze von Platz 27 auf Platz 42 der Liste abgerutscht. Derselbe Trend zeigt sich in der Kategorie „Rechtsstaatlichkeit“, wo die USA auf dem 37. Platz liegen und „zum prominentesten Beispiel und Beschleuniger des beunruhigenden Trends hin zu einer herabgesetzten und geschwächten Rechtsstaatlichkeit geworden sind“, wie die Studie ausführt.
Die Forscher verfolgten dreißig verschiedene demokratische Indikatoren in der amerikanischen politischen Landschaft. Fast die Hälfte dieser Messgrößen ist inzwischen auf den schlechtesten Wert gefallen, seit die Datenerhebung im Jahr 1975 begann.
Globale Systembrüche
Analysten führen diesen starken Rückgang auf eine allmähliche Erosion der Gewaltenteilung zurück. Die Macht hat sich zunehmend in der Exekutive konzentriert, was traditionelle Aufsichtsmechanismen schwächt und das öffentliche Vertrauen in rechtliche Institutionen beschädigt.
Diese interne Verschiebung hat schwerwiegende Auswirkungen über die nationalen Grenzen hinaus. Da sich die USA von der regelbasierten internationalen Ordnung zurückziehen, leidet die multilaterale Zusammenarbeit, was autoritären Führern und Populisten neuen, breiten Handlungsspielraum verschafft.
Die Warnung internationaler Beobachter bleibt dringend. „Nun schwächt der rasche Rückgang der Demokratie in den USA die Unabhängigkeit der Gerichte und fragmentiert das internationale System, wodurch die Demokratie auf der ganzen Welt bedroht wird“, sagte Kevin Casas-Zamora, Generalsekretär von International IDEA.
Angesichts des schwindenden Vertrauens in internationale Abkommen stehen globale Allianzen vor unsicheren Zeiten.