Eine geplante Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen an Saudi-Arabien im Wert von 24 Milliarden Dollar hat in Washington Sicherheitsbedenken hinsichtlich möglicher chinesischer Spionage ausgelöst.
Unterzeichnete Abkommen versprechen Einnahmen in Milliardenhöhe, neue strategische Partnerschaften und neue politische Handlungsfähigkeit für alle Beteiligten am Tisch. Doch hinter diesen verschlossenen Türen bleiben Militärgeheimnisse selten lange nur zwischen zwei Partnern.
Washington steht nun wegen eines geplanten Waffenpakets vor einem brisanten Sicherheitsdilemma.
Im Zentrum des Streits steht ein Rüstungspaket im Wert von 24 Milliarden Dollar, das dem saudischen Militär vier Dutzend F-35-Flugzeuge und Reserveantriebseinheiten liefern würde.
Die vertieften Beziehungen zwischen Riad und Peking haben in Washington die Sorge geschürt, dass hochmoderne Luftfahrtgeheimnisse letztendlich an die chinesischen Streitkräfte durchsickern könnten.
Die Hauptsorge konzentriert sich auf die Radar- und Aufklärungssysteme des Flugzeugs, was Fragen zur Sicherheit der Anlagen im Königreich aufwirft.
Die physische Sicherheit in den Lagerstätten stellt nur einen Teil der Bedrohung dar, berichtet The New York Times.
Pentagon-Beamte sind besonders beunruhigt über die Abhängigkeit Saudi-Arabiens von Telekommunikationshardware von Giganten wie Huawei und ZTE und betrachten diese Infrastruktur als potenziellen Kanal für unbefugte Überwachung.
Technologie und Spannungen
Die Situation erinnert an ein früheres F-35-Abkommen mit den VAE, das auf Eis gelegt wurde, nachdem Abu Dhabi sich Forderungen widersetzte, die Verbindungen zu chinesischen Tech-Unternehmen zu kappen.
Auch Israel beobachtet die Lage aufmerksam, da die US-Politik vorschreibt, den regionalen militärischen Vorsprung des Landes als einziger lokaler Betreiber von F-35-Jets zu schützen.
Der ehemalige Präsident Donald Trump hatte den saudischen Flugzeugtransfer zuvor unterstützt.
Dennoch muss Washington unumstößliche Schutzmaßnahmen schaffen, bevor Tarnkappenflugzeuge saudische Landebahnen erreichen, berichtet The New York Times.
Strenge Sicherheitsanforderungen
Die Sicherheitsbedenken könnten Riad dazu zwingen, ungewöhnlich strenge Bedingungen zu akzeptieren, bevor die Flugzeuge stationiert werden können.
Laut The New York Times heißt es in einem Geheimdienstbericht des Pentagons, dass der Zugang zu Standorten mit F-35-Technologie auf saudisches und amerikanisches Militärpersonal sowie Auftragnehmer beschränkt werden sollte.
Zudem wird infrage gestellt, ob Saudi-Arabien zustimmen würde, den Kontakt zwischen chinesischem Militär- und Geheimdienstpersonal einzuschränken und Ausrüstung von Huawei und ZTE aus Telekommunikationsnetzen, Routern und Verteidigungsanlagen zu entfernen.
Für Washington geht es daher nicht nur darum, wo die F-35 stationiert werden, sondern ob der umliegenden Sicherheitsinfrastruktur vertraut werden kann, die empfindlichste Technologie der Flugzeuge zu schützen.