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„Wir können es ohne dich nicht machen“: Das schockierende Anwerbungsschreiben eines russischen Offiziers an Mittelschüler bei einer Sportveranstaltung

Russian soldier
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An russischen Schulen werden grundlegende militärische Ausbildungen und verteidigungsbezogene Anwerbungsbemühungen zunehmend in den Lehrplan und in Jugendveranstaltungen integriert.

Öffentliche Sportveranstaltungen bringen lokale Gemeinschaften gewöhnlich durch körperliche Fitness, gesunden Wettbewerb und regionalen Stolz zusammen.

Doch wenn Familien die Tribünen für einen traditionellen Herbstlauf füllen, rechnen sie selten mit einem plötzlichen Aufruf zu den Waffen.

Läufer einer Mittelschule in Ulan-Ude, Burjatien, wurden am 13. September während einer nationalen Sportveranstaltung mit einem unerwarteten militärischen Anwerbungsaufruf konfrontiert.

Kinder der Klassen fünf bis acht hatten gerade den Lauf „Kreuz der Nationen“ beendet, als ein uniformierter Offizier die Bühne betrat.

Der Redner lobte die jungen Athleten für ihren Einsatz. Schnell lenkte er seine Rede jedoch auf den andauernden Krieg in der Ukraine.

„Wir brauchen euch, wir kämpfen, kommt, ohne euch schaffen wir es nicht“, sagte der Offizier laut Social-Media-Beiträgen von Sajana Fedotowa vor der Versammlung der jungen Schüler, wie The Moscow Times berichtet.

Tränenreiche öffentliche Reaktion

Fedotowa, deren Vater Wjatscheschlaw Markajew den örtlichen Ableger der Kommunistischen Partei leitet, nahm an der Veranstaltung teil.

Das Projekt „Menschen von Baikal“ hob ihre Reaktion hervor, nachdem sie ihren Frust online geteilt hatte.

„Das sagen sie Schulkindern beim ‚Kreuz der Nationen‘. Sie sagen ihnen, sie müssen kämpfen gehen. Schulkindern. Kindern“, schrieb Fedotowa.

Sie verließ den Veranstaltungsort in Tränen und hinterfragte, warum die Menschen nicht in Frieden leben können.

Ihr Vater hat öffentlich ein Ende der Kämpfe gefordert, während der regionale Parteikollege Bair Tsyrenov Fernseh-Wahlwerbespots ausstrahlte, in denen er fragte, wann die militärische Aktion enden wird, so The Moscow Times.

Frühzeitige militärische Ausbildung

Der Vorfall deutet auf eine breiter angelegte Initiative in ganz Russland hin, jüngere Generationen auf zukünftige Konflikte vorzubereiten.

Russische Abgeordnete haben kürzlich vorgeschlagen, die militärische Grundausbildung bis in die Grundschulklassen zu verlegen.

Ältere Schüler der Klassen zehn und elf nehmen bereits an obligatorischen Sicherheitsklassen teil.

Diese Lektionen vermitteln den Jugendlichen grundlegende Exerzierbewegungen, Erste Hilfe im Krieg, Luftschutzprotokolle und den Umgang mit Handgranaten.

Sogar Grundschulkinder nehmen an nationalen patriotischen Spielen teil. Das Programm trainiert Siebenjährige darin, Kampfdrohnen zu bedienen, aus der Gefangenschaft zu entkommen und Feldtaktiken zu üben, berichtet The Moscow Times.

Militärische Ausbildung wird ausgeweitet

Das Klassenzimmer selbst wird ebenfalls zu einem größeren Bestandteil von Russlands militärischen Vorbereitungsbemühungen.

Laut Meduza haben russische Schulen den Anteil der Unterrichtszeit, der der militärischen Grundausbildung gewidmet ist, seit dem 1. September 2026 von rund 20 Prozent auf 50 Prozent verdoppelt.

Der Unterricht gilt für Schüler der Klassen sechs bis elf und umfasst Lektionen über Drohnen sowie praktische Trainingsübungen.

Die Änderung verankert die militärische Vorbereitung fester im regulären Lehrplan und weitet die Bemühungen des Landes aus, Kinder und Jugendliche in immer jüngerem Alter an verteidigungsbezogene Aktivitäten heranzuführen.